germanisches Pendant zu Njörd un Aegir

Diskussionen rund um das Thema Götter und Heidentum
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Weltenbuch
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germanisches Pendant zu Njörd un Aegir

Beitrag von Weltenbuch »

Hallo ihr,

mein Roman über den Germanen Ragnar spielt an einem unbestimmten Ort irgendwo im heutigen Schleswig-Holstein an einer Küstenregion.
Ich bin eigentlich bemüht und gewillt, soweit vorhanden, die Götter nicht bei ihren Namen aus der Zeit der Wikinger zu nennen, sondern bei ihren germanischen Namen.
Nun bin ich jedoch an einen Punkt gekommen, wo ich nicht weiterweiß. Da mein kleiner Stamm direkt am großen Wasser (Aegir) lebt und gleichsam in einem Noor (Njörd) Opferungen durchführt, würde ich zum Einen gern zwischen diesen beiden Göttern differenzieren und zum Anderen herausfinden wollen, ob es zur früheren Zeit der Germanen überhaupt Gottheiten in diese Richtung gab ( ich würde schon sagen, ja) und wie diese hießen.
Wisst ihr da was?

Ich habe schon nach dem Buch von Simek geschaut und werde mir das auch noch bestellen für weitere Informationen.

Danke schon Mal und liebe Grüße

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Blumenfee
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Re: germanisches Pendant zu Njörd un Aegir

Beitrag von Blumenfee »

Hallo Weltenbuch,

Deine Frage ist schwierig zu beantworten, denn aus dieser Zeit und Gegend gibt es bestenfalls Fremdbeschreibungen aus zweiter Hand (Tacitus). Zeugnisse über germanische Göttinnen und Götter vor der Wikingerzeit gibt es hauptsächlich auf Votivsteinen, die Germanen gestiftet haben, indem sie diese römische Art und Weise des Gottesdienstes kopiert haben - logischerweise fand das in der Kontaktzone zwischen Römern und Germanen statt bzw. bei Hilfstruppen im römischen Heer.

Du könntest es mit Hama (Hamoys) versuchen:
Dieser Gott kann nicht direkt auf die heidnische Zeit vor der Christianisierung zurückgeführt werden. Er wird in einer Reihe von Quellen aus dem 19. Jahrhundert erwähnt, die sich auf Quellen aus dem 18. Jahrhundert stützen, und kann weiterverfolgt werden bis zur „Sächsischen Chronik“ von Konrad Bothe aus dem Jahr 1492, in der für das Jahr 798 berichtet wird, dass dieser Gott in Hamburg im Norden Deutschlands angebetet und mit Schwert und Zepter dargestellt wurde.
Es wird vermutet, dass sich dort einst eine ‚Hamoysburg‘ befand, und nach dem Mythos wäre der Name der Stadt Hamburg von diesem Gott abgeleitet. Die Quelle ist jedoch nur eine Volkserzählung.
Ein Zusammenhang mit dem Namen der Stadt Hamburg ist nicht belegbar; nach dem Mythos wäre ein älterer Name ‚Hammaburg‘ gewesen. Das althochdeutsche Wort hamma könnte auf eine kleine Siedlung in einem küstennahen, sandigen Heideland (deutsch: Geesthang) hinweisen, die durch unwegsames Gelände wie Sümpfe gut geschützt ist. Da dieser natürliche Schutz so gut wie eine Burg war, hätten die Menschen ihre Siedlung ‚Hammaburg‘ (Hamma-Burg) genannt. Die Aufzeichnung in der erwähnten „Sächsischen Chronik“ lässt zumindest den Eindruck einer solchen Verbindung zu.

Das Zitat ist vorab aus der Übersetzung von "Gods of the Germanic Peoples" ins Deutsche, an der ich gerade arbeite. Sie wird unter dem Titel "Illustrierte Enzyklopädie der germanischen Gottheiten" im Spätsommer/Herbst in einem Band erscheinen.

Gruß
Blumenfee

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Weltenbuch
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Re: germanisches Pendant zu Njörd un Aegir

Beitrag von Weltenbuch »

Liebe Blumefee,

hab' schon Mal dank für deinen Vorschlag :D Es ist wirklich spannend wie wenig "klar" ist und das oft Dinge, de "klar erscheinen", dann doch wieder nicht so klar sind. Unsere germanischen Freunde sind mir manchmal ein wahres Mysterium, das sich zusammensetzt aus dem, was wir uns erdenken und dem was wir überliefert bekommen. Feine Sache.

Ich werde noch weiter die Ohren offen halten, ob sich in dieser Hinsicht etwas auftut.

Viele Grüße und falls noch jemand anderes Idee hat...gerne her damit :)

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Blumenfee
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Re: germanisches Pendant zu Njörd un Aegir

Beitrag von Blumenfee »

Hallo Weltenbuch,

für unsere germanischen Vorfahren - so es sie überhaupt sind - war sicher alles einfach und klar. Für uns ist verwirrend, dass das, was wir über sie erfahren, nicht zu unseren Vorstellungen über sie passt. Weder eine Religion, die lokal verankert ist, und schon im nächsten Dorf ein bisschen anders sein kann, noch die durch die Dorf- oder Sippengemeinschaft automatisch vorgegebene Beziehung zu Gottheiten passt in unser Verstandnis.

Für uns sind Religionen großräumige übergeordnete Glaubensstrukturen, für die sich ein Individuum entscheidet oder auch nicht. Das gab es bis zum Aufbau der römisch-katholischen Kirche in Europa nicht.

Dies einigermaßen authentisch in einem Roman zu verarbeiten, halte ich für ausgesprochen schwierig.

Gruß
Blumenfee

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Weltenbuch
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Re: germanisches Pendant zu Njörd un Aegir

Beitrag von Weltenbuch »

Dies einigermaßen authentisch in einem Roman zu verarbeiten, halte ich für ausgesprochen schwierig.
Heyhey,

da gebe ich mein Bestes.
Ich lese grad auch noch ein neues Buch, ein ziemlicher Wälzer, der genau den Aspekt, dass wir so vieles nur rekonstruieren oder uns herleiten können, näher bringt. Eine Ahnung davon zu haben ohne überhaupt ahnen zu können, was wir denn ahnen sollen.
Je mehr man sich mit der Thematik beschäftigt, desto mehr greift für mich der Satz:"Alles was ich weiß ist, dass ich nichts weiß."

Liebe Grüße

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Blumenfee
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Re: germanisches Pendant zu Njörd un Aegir

Beitrag von Blumenfee »

Weltenbuch hat geschrieben:
01.04.2020, 21:28
Ich lese grad auch noch ein neues Buch, ein ziemlicher Wälzer, der genau den Aspekt, dass wir so vieles nur rekonstruieren oder uns herleiten können, näher bringt. Eine Ahnung davon zu haben ohne überhaupt ahnen zu können, was wir denn ahnen sollen.
Je mehr man sich mit der Thematik beschäftigt, desto mehr greift für mich der Satz:"Alles was ich weiß ist, dass ich nichts weiß."
Wie heißt das Buch?

Gruß
Blumenfee

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