Friedensraum an den Externsteinen

Diskussionen rund um das Thema Götter und Heidentum
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Cushy
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Friedensraum an den Externsteinen

Beitrag von Cushy » 20.08.2015, 20:13

HeyLeute,

ich weiß echt nicht, warum an den Externsteinen so ein Bauwerk geplant wird?
Kann man solchen einen Platz nicht einfach Platz sein lassen?
Da greift wohl wieder der Kommerz.

Grüße,

Cushy

http://www.lz.de/lippe/horn_bad_meinber ... ippen.html

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Ragin
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Beitrag von Ragin » 20.08.2015, 20:16

Das denke ich auch. Ich war zwar noch niemals da, aber irgendwie passt sowas einfach nicht...

R.

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krischan
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Beitrag von krischan » 21.08.2015, 02:37

Wieder so eine aktionistische Schnapsidee. Zwölf Meter hohes "Wanderkreuz" wo Nägel geschmiedet werden sollen, auf so einen Blödsinn muß man erstmal kommen.
Immerhin ein guter Brief der Schutzgemeinschaft den man nur unterstützen kann.

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Markus Nicklas
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ja, freien Raum sein lassen

Beitrag von Markus Nicklas » 21.08.2015, 09:14

ich gucke mal, dass ich in den kommenden Tagen die Kontakte zu den im Bericht genannten Entscheidern auftue, bitte jedoch um Verständnis, dass das dauern kann. Dann ziehe ich in Erwägung eine kurze persönliche Stellungnahme zu verfassen. Mich erinnert das an die Würstchenbude am Holocaustmahnmal :D
Markus (Adolfo Amadeus) Nicklas

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Markus Nicklas
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beteiligte Vereine und Institutionen

Beitrag von Markus Nicklas » 21.08.2015, 12:29

1. Schritt: "Die Mitspieler"

Schutzgemeinschaft Externsteine e.V.

http://www.externsteine-teutoburgerwald ... teine.html

Kreis Lippe

http://www.kreis-lippe.de/

Heimatverein

http://www.heimatverein-horn.de/index.htm

Lippe Tourismus & Marketing AG

http://www.land-des-hermann.de/impressum.html
Markus (Adolfo Amadeus) Nicklas

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Beitrag von Verdandi42 » 21.08.2015, 13:23

Kenne die Externsteine gut und war letztens erst dort.
Eine dümmere Idee als das dort geplante Machwerk kann es kaum geben.
Da gehen Geltungswahn und Kommerz eine unheilige Allianz ein, auf dem Rücken eines einmaligen Naturdenkmals und zu Lasten vieler Besucher, die die besondere Atmosphäre der Externsteine auf sich wirken lassen wollen.

Hoffentlich wird dieser Wahnsinn noch gestoppt!

Grüße, Petra
“Heathen, n. A benighted creature who has the folly to worship something he can see and feel.”
― Ambrose Bierce, The Unabridged Devil's Dictionary

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Ragin
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Beitrag von Ragin » 21.08.2015, 17:11

[quote='Adolfo','index.php?page=Thread&postID=136915#post136915']
"Dabei entstand bei den Schmiede-Handwerkern auf der Walz bereits im
frühen Mittelalter der Brauch, sich bei der Durchreise mit einem
eingeschlagenen Nagel in einem Nagelbaum zu verewigen.[/quote]
Mit einem Nagelstein kann ich auch dienen. Allerdings diente dieser anderen Zwecken :)

R.

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krischan
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Beitrag von krischan » 22.08.2015, 00:48

[font='Verdana, Helvetica, sans-serif']Verantwortlich scheint NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin zu sein. Mitwirkende Akteure sind vor allem Schmied und Designer Alfred Bullermann und der Schauspieler Heinz Hoenig. Hoenig will „Prominente an diesen Ort zu holen, um alljährlich am 8. Mai, an diesem Tag im Jahr 1945 endete der Zweite Weltkrieg, auf die Krisenherde aufmerksam zu machen". Mit Marianne Sägebrecht hat Hoenig schon eine prominente Unterstützerin gefunden. [/font]
[font='Verdana, Helvetica, sans-serif']

[/font]
[font='Verdana, Helvetica, sans-serif']http://www.lz.de/lippe/kreis_lippe/2054 ... unken.html
[/font]
[font='Verdana, Helvetica, sans-serif']

Na und dann? Weder Hoenig noch Sägebrecht wird man vermutlich je wieder dort sehen, aber das Ding steht dann dort und Bullermann generiert jedes Jahr einen gewissen Gewinn aus den Nägeln für das "Wandererkompetenzzentrum". (ca. 25.000 Euro nur für die Nägel). Den Grillplatz mit den schicken Bänken wird das gemeine Volk nicht nutzen dürfen. ("Das Ganze sei auch sehr solide angelegt, um Vandalismus-Schäden weitgehend auszuschließen"). Das christliche "Wanderkreuz" wird wohl die Heiden verschrecken die dort feiern (was nebenbei wohl auch beabsichtigt ist?) Und dann wird das alles kompetent vor sich hingammeln statt "Touristen" anzuziehen.
[/font]
[font='Verdana, Helvetica, sans-serif']Und was haben die Externsteine überhaupt mit dem Ausgang des 2. Weltkriegs zu tun? Hier wird wieder symbolisch-ideologisch überfrachtet wo es nichts zu tun gibt.

Blinder Aktionismus, Geldverschwendung und Prestigesucht.

Ich könnte mir vorstellen, das man Frau Sägebrecht, Herrn Hoenig und Herrn Bullermann und zuletzt auch dem Wirtschaftminister Duin, der hier Geld versenken will, einen freundlich ablehnenden Brief schicken kann, in dem man auf die Unterstützung des Eldarings bezüglich der ablehnenden Haltung des Heimatvereins hinweist. (Wenn sich Hoenig und Sägebrecht von dem Projekt zurückziehen würden, dürfte das sehr wirkungsvoll sein.
[/font]

Gast

Beitrag von Gast » 22.08.2015, 12:28

Was erreicht man durch diese "Maßnahme"?

Die Externsteine werden zu einer Holocaust-Gedenkstätte umgedeutet und mit Christenkreuz versehen???
Die alljährlich zum 8.Mai geladene Prominenz sorgt dafür das diese Events verstärkt ins Licht der Medien rücken im Kontext von 2.WK-Ende an einer Kultstätte von germanischem Heidentum?
Was wird diese Öffentlichkeit dann wohl über dagegen wetternde Heiden u.a. Esoteriker denken? "Die protestieren gegen eine 2.WK-Gedenkstätte und Christentum und sind "Germanen-Heiden" sprich Nazis!"
Als nächstes würde dann evtl. eine Debatte aufkommen dieser "rechtsextremen Germanenszene" die Nutzung der Gedenkstätte zu untersagen?? Eine typisch deutsche "Nutzungsordung" wird aufgestellt.. Nutzung des Bereiches nur nach vorheriger Anmeldung bei hiesiger Gemeinde + Auflagen? Bei Verstoß droht Eingriff der Ordnungsbehörden?

Wenn man die vergangenen Vorkommnisse zwischen örtlichen Behörden.. und Heiden beobachtet hat, dann sieht man das die Atmosphäre bereits aufheizt ist und es offensichtlich Gegner dieser "Heidenspinner" gibt denen die dort friedlich ausgeübten Feierlichkeiten ein Dorn im Auge sind... und jetzt dieses "Kunstwerk"?

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=iNcHTwb3mtA[/youtube]
Zuletzt geändert von Gast am 22.08.2015, 13:12, insgesamt 1-mal geändert.

Gast

Beitrag von Gast » 22.08.2015, 15:32

Hab mir das Video jetzt mal angesehen:
http://www.lz.de/lippe/kreis_lippe/2054 ... unken.html

Nun gut, ein christliches Kreuz ist wohl doch nicht geplant.. es war wohl ursprünglich ein Wanderkreuz "am Kreuzweg" (toller Name :thumbdown: ) geplant, aber hinsichtlich dieses Kunstwerkes verworfen.
Eine Holocaust-Gedenkstätte ist es auch nicht.. aber es sollen alljährlich zum Gedenktag ans Ende des 2.WK Veranstaltungen dort stattfinden.. :S
http://www.lz.de/ hat geschrieben:Der Designer und Schmied Alfred Bullermann legt Wert darauf, dass der Ort seine Ordnung behält.
Genau dieses Problem sehe ich kommen: Die "Ordnung" des neu gestalteten Friedensplatzes! Es bietet Gelegenheit um dort nicht-öffentlich gemeldete Heidenfeiertage als Ordnungswidrig zu bekämpfen!
Wenn man sich das weiter oben von mir gepostete Video anschaut sieht man wie dehnbar der Begriff der "Ordnungssicherung" bereits in Vergangenheit genutzt wurde!

Es sind zukünftige Veranstaltungen mit zB Schmieden und Steinmetzen geplant. Mir schwant eine Datierung von öffentlichen Veranstaltungen auf Heidenfeiertage um diese zu verdrängen.. die Option besteht zumindest!
Der Platz rückt mit diesem Kunstwerk auf jeden Fall verstärkt in rechtlich reglementierbare Bereiche unter Zuhilfenahme einer größeren Öffentlichkeit.
Und der letzte Sprecher im Video hatte wohl ursprünglich ein Wanderkreuz geplant, was ja ziemlich aufschlussreich hinsichtlich dessen Denke sein dürfte. Das alljährlich Heiden den Platz für ihre Kulte nutzen (die nicht allzu erfreut über ein solches Kreuz sein dürften!) dürfte ja mittlerweile in der hiesigen Region jedermann/frau bekannt sein :whistling:

Gast

Beitrag von Gast » 22.08.2015, 17:24

mir ist sowieso nicht so richtig klar was bei denen abläuft - andere Gemeinden hätten schon lange ein Event-Unternehmen beauftragt die "Heidnischen Feiern" gewinnträchtig für die Gemeinde zu vermarkten - die Steine sind ja wirklich ein Geschenk der Götter. Denen sind doch in der Regel die Religionen allgemein Sch..egal. Wenn dabei auf kulturelle Qualität geachtet würde wäre es für mich auch akzeptabel - So ne Mischung von Kunsthandwerk-Markt und und spirituelles Musik Festival mit vielen kleinen instrumentalen Gruppen, alte Folktänze.... kann ich mir unter den Externsteinen gut vorstellen... wäre auch bereit dafür einen angemessenen Eintritt zu bezahlen..

Gast

Beitrag von Gast » 22.08.2015, 22:43

@Raginhard:
Ich habe mir auch schon ähnliches gedacht.. wäre ja echt schön wenn das harmonisch für alle klappen könnte!
Aber hinsichtlich der Geschehnisse in der Vergangenheit (zumindest 2010..siehe Video oben - von den anderen Jahren weiß ich nichts) bin ich da skeptisch.
Naja , zumindest hat man die Idee des ursprünglich geplanten Wanderkreuzes zugunsten eines aufs Heidentum bezogenen Kunstwerks verworfen.. das finde ich schon mal ganz positiv!

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Beitrag von Verdandi42 » 23.08.2015, 08:37

Die Externsteine liegen ja jetzt bereits an einem beliebten Wanderweg - dem "Hermannsweg", der die Externsteine mit dem nahegelegenen "Hermannsdenkmal" und einer Adlerwarte verbindet - insofern passt ein Wanderkreuz noch ins Bild.

Aber jegliche weitere Überplanung tut dem Gelände Gewalt an. Und das ist sicherlich auch so gewollt, der o.g. Hinweis auf die mögliche Verfolgung von "Ordnungswidrigkeiten" zeigt da sicher die Richtung an. Das Video zu 2010 ist schon erschreckend.
Außerdem bietet sich eine Kommerzialisierung an, schließlich kann noch jeder Mensch die Externsteine kostenfrei aufsuchen, nur die Nutzung des Parkplatzes kostet ein wenig. Je mehr man da hinbaut, desto mehr Gründe lassen sich finden, Gebühren zu erheben und überdies öffentliche Gelder zu generieren. Große "überörtliche Träger" wie der LWL sind letztlich Geldumschlaginstitutionen, mit denen viele Euros erst generiert und dann verbrannt werden.

Für B-Promis, die von Vergessenheit bedroht sind, dient so etwas lediglich dem Ziel, den eigenen Namen gedruckt zu finden - aus deren Sicht vermutlich dem Dschungelcamp vorzuziehen.Ich schätze, dass Frau Sägebrecht nicht mal weiß, wo die Externsteine auf der Landkarte zu finden sind (rgendwo Preußen?)

Sich seitens des ER einzubringen, könnte allerdings dem LWL Futter geben in seinem Verfogungswahn, was böse Heiden angeht.

Grüße,
Petra
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Beitrag von Markus Nicklas » 23.08.2015, 12:39

[quote='Verdandi42','index.php?page=Thread&postID=136948#post136948']Sich seitens des ER einzubringen, könnte allerdings dem LWL Futter geben in seinem Verfogungswahn, was böse Heiden angeht.[/quote]Hallo und danke sehr, Petra, für diesen Anwurf.

Ich werde mich dem Schreiben der Schutzgemeinschaft Externsteine anschließen. Ich denke, dass man hier

https://www.facebook.com/schutzgemeinsc ... ne?fref=ts

erfahren kann, wie und wem am besten eine Mitteilung zu senden ist. Ich werde kurz und knapp meine Zustimmung zum Protest formulieren. Das kann jeder für sich sofort und einfach tun, meine ich.

Was könnte darüber hinaus geschehen? Will der ER als Verein auftreten? Welches Ziel kann so ein Engagement haben? Ist jemand bereit, sich als offizieller Vertreter an die Schutzgemeinschaft zu wenden, zu präsentieren und heraus zu finden, ob sie eine Kooperation für gut befinden? Wollen die ER-Mitglieder das?
Wenn z.B. die Schutzgem. einer vom ER initiierten Petition zustimmt, dann ist das in meinen Augen ein guter Schritt des Engagements, der Sichtbarkeit, Bürgerinformation und Profilierung bietet.
p.s. :)
bitte um Verständnis für meine "wüste Polemik". Ja, ich kann die Reaktion ob dieses Planes verstehen. Sollte ich jemandem zu nahe getreten sein ... ich lese private Mitteilungen, ja. :) "Trainman, you know what I am talking about, don´t you?
:)
Markus (Adolfo Amadeus) Nicklas

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an Herrn Weigel, Lippe Tourismus und Marketing AG

Beitrag von Markus Nicklas » 23.08.2015, 13:06

Sehr geehrter Herr Weigel,

mit Befremden nehme ich vom Projekt "Friedensraum" Kenntnis.

Nachdem ich den offenen Brief der Schutzgemeinschaft Externsteine gelesen habe,

bitte ich Sie dringend, mit aller gebotenen Sorgfalt zu prüfen, ob tatsächlich alle Interessen bei der Planung und Vorstellung dieses Vorhabens respektiert werden.

Ich freue mich über die guten Ideen des Herrn Bullermann und seiner Unterstützer, halte diese Projekt jedoch ob seiner Dimension und in seiner Konzeption, wie der Brief der Gemeinschaft zum Ausdruck bringt, für ein falsches Zeichen an diesem Ort.

Ich freue mich, dass Sie mit Ihrem Einsatz einen Beitrag für Naturerlebnis und Erhalt dieses Naturdenkmals leisten. Danke schön für Ihre Aufmerksamkeit.

Freundliche Grüße
Markus (Adolfo Amadeus) Nicklas

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