Mjölnir, ein politisches Statement ?

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Sven Tolksdorf
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Re: Mjölnir, ein politisches Statement ?

Beitrag von Sven Tolksdorf » 23.10.2018, 02:42

@ Boduos
Ich bin weder doof, noch leugne ich hier irgendwas! Deine Aussage, alle Hammerträger direkt unter Generalverdacht zu stellen, stört mich. Vielleicht wirfst du mal einen Blick in unsere Präambel.

Boduos

Re: Mjölnir, ein politisches Statement ?

Beitrag von Boduos » 23.10.2018, 05:39

"Ich weiss das nicht jeder Heide ein Rechtsradikaler ist aber erfahrungsgemäß gehe ich präventiv davon aus."

Ich habe persönlich negative Erfahrungen in diese Richtung gemacht. Ich begegne entsprechenden Symbolträgern mit Skepsis. Ich versuche mich so vor rechten Gesinnungsgenossen zu schützen.

Da steht nichts von einem allgemeinen Anspruch. Das der Eldaring das anders handhabt halte ivch für gut und richtig, aber der Eldaring ist eine Organisation und nicht ich. Wenn ich einer von 5% sein sollte die so denken, dann könnte man im Strahl kotzen oder man sieht das als Antikörper.

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Sven Tolksdorf
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Re: Mjölnir, ein politisches Statement ?

Beitrag von Sven Tolksdorf » 23.10.2018, 19:04

Das klingt für mich vernünftig und ich denke auch, dass du verstanden hast, was der Stein des Anstoßes war.
Ich finde es schon schlimm genug, dass diese geistig verwirrten unsere Symbole missbrauchen. Ein guter Freund hat mal gesagt: "Wir bestrafen die Täter, aber lassen Ihnen die Beute. Das mache ich nicht mit!" Mit der Beute meinte er u.a. unsere Symbole.
Wenn das so weitergeht, werden Mjölnir und Runen irgendwann als verfassungsfeindlich eingestuft und verboten. Es sind aber unsere Symbole und sie sind Teil unserer Religion.
Ich würde mir wünschen, dass wir da alle an einem Strang ziehen und unsere Erbe bewahren!

Boduos

Re: Mjölnir, ein politisches Statement ?

Beitrag von Boduos » 23.10.2018, 23:04

Da kann ich mitgehen.

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Re: Mjölnir, ein politisches Statement ?

Beitrag von Markus Nicklas » 24.10.2018, 06:58

Einen sicheren Raum schaffen:

Gestern habe ich an einer Veranstaltung an der Uni Witzenhausen teilgenommen. Selbstverständlich wurden heidnische Symbole quasi als Zeichen von Faschisten identifiziert. Einmal mehr gedenke ich der Tatsache, dass die Nazis ausgesprochen gründlich in ihrer widerwärtigen Vereinnahmung gewesen sind. Diese Tatsache wirkt und wird noch lange wirken, denn sie ist noch lange nicht bewältigt.

Der sichere Raum ist nicht hier. Hier nicht.

Der sichere Raum ist die private Begegnung und die Besinnung auf gemeinsame Werte.

Es macht für mich keinen Sinn, auf einer solchen Veranstaltung ein Bekenntnis abzulegen. Was ich tue ist, weiter hinzugehen, mich mit den Ansichten zu konfrontieren und persönliche Gespräche zu finden. Einsicht ist eben etwas sehr Persönliches. Nächsten Dienstag gehe ich wieder hin.

http://gegen-rechtsdruck-veranstaltungs ... eYXRvfXmvo

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Re: Mjölnir, ein politisches Statement ?

Beitrag von Aethelstan1984 » 24.10.2018, 13:08

Und ich habe gestern einen öffentlichen Vortrag über den "modernen Asenglauben in Deutschland" gehalten. Dort kam dann natürlich auch die Frage auf, wie sich Vereine wie der Eldaring gegen die Vereinnahmung durch rechte Kreise schützen. Das ist ein spannendes Thema, aber letztlich muss man sagen, dass bei den meisten Nazis keine religiöse Weltanschauung hinter der Nutzung heidnischer Symbole verbirgt, sondern eine politische.
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Markus Nicklas
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Re: Mjölnir, ein politisches Statement ?

Beitrag von Markus Nicklas » 24.10.2018, 13:12

Aethelstan1984 hat geschrieben:
24.10.2018, 13:08
Und ich habe gestern einen öffentlichen Vortrag über den "modernen Asenglauben in Deutschland" gehalten. Dort kam dann natürlich auch die Frage auf, wie sich Vereine wie der Eldaring gegen die Vereinnahmung durch rechte Kreise schützen. Das ist ein spannendes Thema, aber letztlich muss man sagen, dass bei den meisten Nazis keine religiöse Weltanschauung hinter der Nutzung heidnischer Symbole verbirgt, sondern eine politische.
großartig! Hast Du bitte Lust ein Skript zu veröffentlichen, oder einen kurzen Abriss zu geben?

:)

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Re: Mjölnir, ein politisches Statement ?

Beitrag von Aethelstan1984 » 24.10.2018, 13:19

Ich habe im Vorfeld ja bereits Werbung für die Veranstaltung über den Facebookauftritt des Eldarings und persönlich beim letzten Ruhrgebiet-Stammtisch gemacht. Im Endeffekt war aus dem Kreis des Eldarings genau eine Person außer mir anwesend. Das war jetzt nicht weiter schlimm, aber offenbar ist das Interesse jetzt auch nicht so groß, dass ich den Vortrag nochmal irgendwo innerhalb des Vereins vorstellen müsste.
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Re: Mjölnir, ein politisches Statement ?

Beitrag von Waldtochter » 25.10.2018, 11:13

Ich hatte aufgrund meines Thorshammers noch nie Begegnungen mit Nazis geschweige denn Anfeindungen oder böse Blicke wegen meiner angeblichen Nähe zu rechtem Gedankengut.

Aber ehrlich gesagt finde ich das ganze Thema auch ziemlich lästig, immer dieses ewige Politisiere: Sei es von außen indem Symboliken braun oder rot angemalt werden, sei es innerhalb der "Szene", wo es ständig zum Thema gemacht wird.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, inwieweit mich der Rechtsruck der Gesellschaft in meinem Kult irgendwie beschäftigen sollte.

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Re: Mjölnir, ein politisches Statement ?

Beitrag von Aethelstan1984 » 25.10.2018, 12:31

Das beschäftigt dich möglicherweise insofern, als dass du ja nicht für dich alleine lebst, sondern in einer Gesellschaft in der gewisse Kreise diese Symbole missbrauchen.
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Re: Mjölnir, ein politisches Statement ?

Beitrag von Kerrin » 25.10.2018, 13:11

Moin.
Aethelstan1984 hat geschrieben:
24.10.2018, 13:19
Ich habe im Vorfeld ja bereits Werbung für die Veranstaltung über den Facebookauftritt des Eldarings und persönlich beim letzten Ruhrgebiet-Stammtisch gemacht.
@ Aethelstan1984: Nicht jeder im Eldaring ist bei Facebook bzw. in der Eldaring-Gruppe, oder geht zum Stammtisch im Ruhrgebiet. Da muss man sich nicht wundern, wenn am Ende kaum jemand beim Vortrag auftaucht. Ich bin sicher nicht die Einzige, die davon keine Ahnung hatte. Werbung für solche Veranstaltungen ist hier im Forum deutlich besser aufgehoben, als bei Facebook.



Die Reaktion auf den Thorshammer hängt meiner Meinung nach auch stark von der Region ab, in der man sich aufhält. Hier oben im Norden ist es normalerweise kein ein Problem, den Hammer offen zu tragen, kaum jemand käme auf die Idee, darin ein politisches Statement zu sehen, mich eingeschlossen. In anderen Gegenden bin ich da allerdings vorsichtiger. In NRW ist es mir schon passiert, dass einer aus der glatzköpfigen Bomberjackenfraktion sich anbiedern wollte (was allerdings nicht lange gedauert hat), nur weil meine bessere Hälfte und ich den Hammer offen getragen haben. Insofern wird es extrem schwierig sein, hier auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.

LG, Katja

Boduos

Re: Mjölnir, ein politisches Statement ?

Beitrag von Boduos » 25.10.2018, 13:31

Dem kann man zustimmen. Im Norden ist es kein Thema. Ich leb hier aber in Südniedersachsen an der Grenze zu OWL, da verhält sich das anders.

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Re: Mjölnir, ein politisches Statement ?

Beitrag von Aethelstan1984 » 25.10.2018, 16:33

Kerrin hat geschrieben:
25.10.2018, 13:11


@ Aethelstan1984: Nicht jeder im Eldaring ist bei Facebook bzw. in der Eldaring-Gruppe, oder geht zum Stammtisch im Ruhrgebiet. Da muss man sich nicht wundern, wenn am Ende kaum jemand beim Vortrag auftaucht. Ich bin sicher nicht die Einzige, die davon keine Ahnung hatte. Werbung für solche Veranstaltungen ist hier im Forum deutlich besser aufgehoben, als bei Facebook.
Naja, die Facebookseite wird schon aktiver genutzt als dieses Forum. Zudem ist das ein Termin, der eher für Menschen im Umkreis interessant ist. Gewundert habe ich mich also nicht, aber ich sehe das auch nicht gerade als Interessensbekundung. Letztlich muss man wohl auch sagen: Vieles von dem was für das anwesende Publikum neu war, ist Eldaringmitgliedern ohnehin schon bekannt.

Übrigens: Gestern war auch eine Zuhörerin dabei, die in Kiel aufgewachsen ist und Mjölnir nur als Nazisymbol kannte. Es ist also auch nicht so, dass im Norden der Hammer per se kein Problem wäre.
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Re: Mjölnir, ein politisches Statement ?

Beitrag von dankrad » 26.10.2018, 11:55

Also ich habe es persönlich nie so erlebt, dass man mir aufgrund des Hammers böse Blicke zugeworfen oder mich gar als Nazi beschimpft hätte, egal in welcher Region, ob hier in OWL oder andernorts. Ich wurde nur einmal in meinen Leben gefragt ob ich ein Nazi wäre, bzgl. des Hammers, und das von einer Person die mich persönlich eigentlich kennt und es eigentlich besser wissen müsste, tja...

Was gegen Vereinnahmung und Vorverurteilung hilft ist Aufklärung, immer und immer wieder. Sonst passieren solche Sachen wie: "Norwegisches Olympiateam 2018 trägt Nazi-Symbole auf dem Pullover"
Widukinds Wölfe http://asatruminden.jimdo.com/

"Optimismus ist, bei Gewitter auf dem höchsten Berg in einer Kupferrüstung zu stehen und »Scheiß Götter!« zu rufen."
- Terry Pratchett

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Re: Mjölnir, ein politisches Statement ?

Beitrag von Heidan Frihals » 06.11.2018, 14:33

Zu meinem Thorshammer kamen auch noch nie negative Kommentare. Allerdings habe ich auch festgestellt, dass bei rechten Demos jeder 2. einen Mjölnir trägt, was mich in mehrfacher Hinsicht traurig macht.

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