Teleologie

Diskussionen rund um das Thema Götter und Heidentum
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Boduos

Teleologie

Beitrag von Boduos » 04.11.2018, 18:07

Nabend Forum.

Was ich schon seit einiger Zeit fragen wollte und was mir durch den Kopf geistert. Welchen Sinn und Zweck hat das eddische Universum? Gibt es eine Bestimmung die erfüllt werden muss und wenn ja, wird diese in den eddischen Texten enthüllt?

So wie ich das sehe ist das Universum zu Anfang einfach, bis zu dem Zeitpunkt als anscheinend mehr durch Zufall als durch Schicksal die ordnende Kraft in Existenz tritt mit Bure, den Audhumla aus dem Eis eher zufällig als gewollt freileckt. Der setzt ja die Erschaffung der Welt in Gang. Wobei die Welt sich nur auf die Teile bezieht die nicht bereits vorhanden waren. Die eigentliche Entstehung des Seins an sich wird ja nicht geschildert, als die Protagonisten die Bühne betreten ist diese bereits bereitet. Der Agent der Ordnung tritt in Aktion und die Handlung tritt in Kraft. Durch diverse Entscheidungen entstehen dann Bedingungen die weitere Handlungen erzwingen und unausweichlich zum Ragnarök führen. Das ist aber eher ein reinigendes Ereignis als ein Weltenende.

Die Frage steht im Raum, wenn es einen tieferen Sinn im eddischen Universum gibt, welcher das ist und woher er kommt. Ist er extrinsisch von aussen vorgegeben oder ist er im Universum an sich begründet? Und wenn es keinen tiefern SInn im Universum gibt für die Existenz desselben, was schliessen wir daraus? Was ergibt sich für uns daraus?



https://de.wikipedia.org/wiki/Teleologie

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Markus Nicklas
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Re: Teleologie

Beitrag von Markus Nicklas » 07.11.2018, 15:54

Boduos hat geschrieben:
04.11.2018, 18:07
Gibt es eine Bestimmung die erfüllt werden muss und wenn ja, wird diese in den eddischen Texten enthüllt?

Und wenn es keinen tiefern SInn im Universum gibt für die Existenz desselben, was schliessen wir daraus? Was ergibt sich für uns daraus?
Ich betrachte die Edda nicht als "in Stein gemeißelt". Das sind für mich "gesammelte Ansichten" aus einer bestimmten Zeit. Es liegt an mir, meinen Ansichten gemäß, mein Leben zu führen.

Mein "tieferer Sinn" ist ausschließlich meiner.

:)

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Boulway
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Re: Teleologie

Beitrag von Boulway » 30.12.2018, 21:13

Hallo Boduos,

Nun wie Markus schon sagt, wird die Edda im Eldaring nicht als "in Stein gemeißelt" an gesehen.
Die Erzählungen sind immerhin sehr stark christlich beeinflusst.

Jedoch sehe ich in der Edda, speziell in der Darstellung Ragnaröks, den typischen Zyklus von Leben und Tod.
Aus Tod ensteht neues Leben, welches wiederum irgendwann vergehen wird.
Die Edda Beschreibt einen dieser Zyklen in meiner Wahrnehmung.

VG
Boulway


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Re: Teleologie

Beitrag von Aethelstan1984 » 31.12.2018, 20:52

Auch ich verstehe das eddische Weltbild als ein zyklisches: Nach Ragnarök bricht ja mit Baldur ein neuer Zyklus an, der "gereinigt" ist von dem Chaos und und den Unsicherheiten des gegenwärtigen Zyklus. Dass diese Vorstellung christlich beeinflusst sein könnte, lässt sich nicht abstreiten, ist aber auch nicht zwangsläufig, denn wichtige Begriffe wie "Neuschöpfung" tauchen in der Edda nicht auf, sind für den christlichen Äonenzyklus aber grundlegend wichtig.
Heil Baldur, Heil Siegvaters Sohn,
der die Schöpfung wird leiten, wenn Wotan fällt
Heil dem Lichtbringer,
der noch rasten muss hinter Hels Pforten.

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