Neopagan leben

Diskussionen rund um heidnische Kultpraxis und Heidentum im Alltag
Boduos

Neopagan leben

Beitrag von Boduos » 05.04.2017, 21:40

Ich arbeite wie gesagt an was. Ich habe keine Ahnung wie viele die Augen dabei verdrehen, aber Anregungen nehme ich gerne an:

http://forum.celtoi.net/index.php?topic=25.0

Vielleicht fällt der Frouwe oder dem Fro noch was kreatives dazu ein.

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Freyja_
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Beitrag von Freyja_ » 10.04.2017, 23:23

Es war mir eine Freude deine Gedankengänge zu lesen und vieles empfinde ich ebenso wie du.
Gerne würde ich Dir meine Gedankengänge dazu verraten, doch nicht hier, weil zu persönlich, vielleicht
an einem anderen Ort. Du wirst mich verstehen ^^

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Werdandi
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Beitrag von Werdandi » 11.04.2017, 09:29

Ich schließe mich da Freya an. Nur soviel dazu:
Wir hier sind von der Theorie einfach mal in die Praxis gewechselt. Wir folgen unseren Eingebungen und Bedürfnissen. Einen Namen haben wir dem,wie wir leben nicht gegeben. Wir tun es einfach und alle Gedanken,ob das nun authentisch ist oder ob denn ein Ritual auch so stimmt ,haben wir weggelassen. Wenn es sich für uns gut anfühlt dann ist es für uns auch richtig. So verfahren wir mit allen Dingen.
[font='Comic Sans MS, sans-serif']Erst wenn die Drachen wieder frei fliegen, ist mein Tun in dieser Welt beendet. Dann kehre ich Heim zu dir,um die Fäden des Wyrd neu zu spinnen.[/font]

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Markus Nicklas
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die persönliche Reise,

Beitrag von Markus Nicklas » 11.04.2017, 09:44

Boduos, denn auf den Helden möchte ich für mich bitte verzichten. Frei nach Bert Brecht, wenn Du erlaubst, ist ein Land arm (an Zivilcourage), das Helden braucht, doch kann ich dem Begriff "Held" an sich schon etwas abgewinnen. Ein mir bekannter Therapeut hat es auch mit dieser Heldenreise. Stephan Niederwieser. Ich für mich halte es für richtig und angemessen, zu unterschiedlichen Gelegenheiten, Hilfe von Freunden oder Professionellen in Anspruch zu nehmen. Die Ansätze, die Stephan kultiviert, erlebe ich als hilfreich und respektvoll. Stephan kommt aus der Schule von Franz Ruppert, dessen Wirken ich für mich befreiende Hinweise in Bezug auf den Begriff von Transgenerationalität, Bindung und Trauma verdanke. Mich mit diesen Begriffen zu befassen, ist für mich Pflichtprogramm. Ein Vergnügen ist das bedauerlicherweise nicht. Ich möchte, will und werde weiterhin meinen Beitrag zu Wahrhaftigkeit und Redlichkeit stiften. Dafür möchte ich auf Etiketten verzichten. Mehr und mehr gerate ich auf ein Terrain, wo ich mich verpflichtet finde, auf herkömmliche Begriffe zu verzichten. "Heide", "pagan", "Germane" - davon bleibt für mich im sinne von Selbstwirksamkeit nichts übrig. Doch wer damit operieren möchte, bitte. Schließlich sind das Worte, die zunächst zur Verfügung sind. Ich meine, dass es daruaf für mich hinaus läuft, dass mich weniger interessiert, was Du Deinst, als wie Du für Dich und andere handelst. Worte, Einsicht und Wissen sind wichtig, doch Kommunikation ist ein Glücksfall.

:)
Markus (Adolfo Amadeus) Nicklas

"Ironie ist systembestätigend."
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Markus Nicklas
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Ihr seid alle Individuen!

Beitrag von Markus Nicklas » 11.04.2017, 09:47

[quote='Werdandi','index.php?page=Thread&postID=144893#post144893']Wir[/quote]

Du auch?

:)

Fühle Dich bitte von Herzen gegrüßt, Werdandi, wenn Du magst. :)
Markus (Adolfo Amadeus) Nicklas

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Beitrag von Fafnir » 11.04.2017, 11:30

ich nicht :D :D :D
Vier gute Dinge sind auf der Welt:
altes Holz, um Feuer zu machen,
alter Wein, um ihn am Feuer zu trinken,
alte Bücher, um darin zu lesen
und alte Freunde, um ihnen zu vertrauen.

Boduos

Beitrag von Boduos » 11.04.2017, 12:21

@Freya
Wie du magst. Sage dir meinen Dank für dein Lob.

@Werdandi
Gelebter Glaube sieht von aussen meist unspektakulär aus, weil er auf Selbstdarstellung nach aussen verzichten kann. Vielleicht kann ich diesen Gedanken weiter spinnen. Sage meinen Dank.

@Adolfo
Du bist schräg, ich glaub ich mag dich. ^^
Das Problem mit unserer Sprache ist das Worte ausser Begriffswert noch einen Attributionswert haben. Damit wir uns richtig verstehen und kein Unmut aufkommt, ich benutze den Begriff "Held" generell im mythologischen und im persönlichen Sinne, nicht im patriotischem. Wie du sagst, unf ich halte das für zitierfähig, ist Kommunikation ein Glücksfall. Ist das von dir?

Boduos

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Beitrag von Werdandi » 12.04.2017, 10:06

@Adolfo, dasWIR ist das was dasICH hier zu Hause trägt. Ohne meine Familie im ganz engen Sinne wäre das "einfach so machen wie es sich gut anfühlt" nicht drin.
@Boduos, unspektakulär ist genau das,was ich gut finde. Im Bezug auf Selbstverständlichkeit und,ja, auch auf Normalität. DerNabel der Welt mag für manchen wichtig sein und er möchte vielleicht dicht dran sein. Ich für mich und somit wir hier finden unspektakulär gut weil für uns dadurch das, was und wie wir es leben sich als Alltäglichkeit einfügt und somit nichts "unnormales, andersartiges,merkwürdiges" ,wie auch immer, ist.



Adolfo, danke für die lieben Grüße, die ich von Herzen gern zurück sende. Nerthus Segen möge dich begleiten. Sie hat mir versprochen,dich "im Auge" zu behalten :)
[font='Comic Sans MS, sans-serif']Erst wenn die Drachen wieder frei fliegen, ist mein Tun in dieser Welt beendet. Dann kehre ich Heim zu dir,um die Fäden des Wyrd neu zu spinnen.[/font]

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Beitrag von Markus Nicklas » 12.04.2017, 10:43

[quote='Boduos','index.php?page=Thread&postID=144899#post144899']Kommunikation ein Glücksfall. Ist das von dir?[/quote]

Ich meine mich zu erinnern, dass ich das von Vera Birkenbihl habe. Sprache an sich ist sagenhaft, findet Ichifizität, doch muss ich hier mindestens tausendreihunertvierundnunzig geben, sonst holt mich der Luchs oder ein Admin :D und wenn ich komplett baden gehen will, dann schnapp ich mir meinen Wittgenstein, der hilft immer :)

[quote='Werdandi','index.php?page=Thread&postID=144915#post144915']Nerthus Segen möge dich begleiten.[/quote]

*verneig* :)
Markus (Adolfo Amadeus) Nicklas

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Beitrag von Preusselchen » 12.04.2017, 15:10

Das mit der Erfahrungsreligion klingt natürlich sehr gut und ich möchte mich da auch nicht gegen verwehren, nur ist es teilweise nicht auch so, dass Paganismus zum Teil eben auch die ererbte Religion der Vorfahren war? Will nur sagen, ganz so ungeregelt war der Paganismus vermutlich nicht, auch wenn immer wieder darauf bestanden wird, dass man auf sein Bauchgefühl hören soll. Ich denke schon ein wenig, dass die alten Heiden die Riten der Vorfahren gut beachtet haben. Zumindest die alten Römer. Ich mag mich damit vielleicht etwas unbeliebt machen, aber so denke ich ein bisschen darüber. Das soll außerdem nicht heißen, dass man keine neuen oder abgewandelten Rituale machen darf. Ich war so frei, mir hier im Forum ein paar Posts von @Werdandi durchzulesen, über Deinen Nerthuskult. Ich finde das sehr schön und Du schreibst ja auch, dass Du und Deine Familie es so tun, wie es sich gut anfühlt. Ich kann mir gut vorstellen, dass Deine Kinder, wenn sie diese Kulttradition später weiterführen, versuchen, es ungefähr so zu machen, wie sie es von zu Hause aus kennen. Nicht aus Angst etwas falsch zu machen, nicht aus Unkreativität oder Unindividualismus: Einfach weil so ein Stück von Dir und eurer Familie am Leben bleiben wird. In der heutigen Zeit dreht es sich bei Religion scheinbar immer um individuelle Spiritualität usw., auch beim Christentum, überhaupt dreht sich alles um Individualismus, und das ist auch nicht das Schlechteste, doch ich denke, es ist nicht ganz richtig, wenn man die heidnische Religion zur Gallionsfigur des Individualismus' macht. Ich denke doch, dass da auch viel Tradition mitgemischt hat, dass es ja nicht umsonst, der Glaube der Väter genannt wurde.

Nur so meine Gedanken dazu. Ich bin zwar kein Christ, doch ich würde mir beispielsweise nicht einfallen lassen, zu Weihnachten oder Ostern überhaupt nichts zu machen, weil diese Feste in meiner - übrigens atheistischen - Familie immer irgendwie begangen wurden (zumal diese Feste ohnehin einen halbchristlichen, halbheidnischen Charakter aufweisen). Alter Weihnachtsschmuck wird auch als kostbares Erbstück gehütet.

Boduos

Beitrag von Boduos » 12.04.2017, 22:32

Sag dir meinen Dank Preusselchen.

Ich weiss allerdings nicht wie du von erfahrener Spiritualität auf Beliebigkeit kommst. Davon habe ich weder geschrieben noch gedacht. Wenn man kommuniziert müssen beide denselben Code, den selben Ritus kennen damit die Kommunikation funktioniert. Worauf ich mich bezog ist, das man Paganismus nicht nur aus Büchern lernen kann und das wir oder besser gesagt ich, denn ich spreche nur für mich, mich mehr darauf besinnen sollte durch erfahrene Erlebnisse Mysterien zu erfahren, als durch Buchseiten.

Synkretischer esoterischer Beliebigkeits-Spiritismus ist glaube ich etwas anderes.

Ich stimme dir zu, das wir die Stimmen der Ahnen brauchen um unsere Gegenwart zu verstehen. Allerdings meines Erachtens kann das nicht alles sein und ist nicht ausreichend.


Boduos

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Beitrag von apoCALLypto » 21.04.2017, 09:25

[quote='Boduos','index.php?page=Thread&postID=144923#post144923']mehr darauf besinnen sollte durch erfahrene Erlebnisse Mysterien zu erfahren, als durch Buchseiten.

[/quote][quote='Boduos','index.php?page=Thread&postID=144923#post144923'] :thumbup: voll deiner Meinung. Auf zur Natur ;)
[/quote]

Boduos

Beitrag von Boduos » 21.04.2017, 10:53

Dankeschön. Ich arbeite daran.

Boduos

Beitrag von Boduos » 03.05.2017, 22:03

Was mich seit einiger Zeit umtreibt und auch in das Thema "Neopagan leben" passt. Ich kann es mir nicht selber beantworten, weil eben jede und jeder eine eigene Antwort hat und ich bin nur einer (okay, und Geza, aber der hält sich weniger an die Regeln und sagen tut der auch nichts, also einer).

Die Frage die mich umtreibt ist, die nach dem Ruf und dem Sinn.

Der Ruf, das ist das, was jedeN von uns dahin gebracht hat, wo wir heute sind. Ein bestimmter Gedanke, ein Buch, ein Lied, ein Schlüsselereignis, ein Funke. Was hat uns hierher geführt?

Der Sinn, die tiefere Bedeutung, die habe ich selbst für mich noch nicht schlussendlich geklärt. Was ist innerhalb unserer Welt, so wie wir sie sehen, der Sinn, die tiefere Bedeutung? Was ist unsere Aufgabe? Welche Funktion haben wir? Und ich meine nicht in der Eisenzeit oder dem Mittelalter, sondern heute. Jetzt.

Ich denke, da sollte man wirklich mal gemeinschaftlich tiefer nachforschen.

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Tuivel_78
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Beitrag von Tuivel_78 » 10.08.2017, 12:29

Interessante Gedanken.

Bei mir war es übrigens ein Buch welches mir den alten Weg gezeigt hat. Eine einfache Sammlung germanischer Helden- und Göttersagen, ohne jeden spirituellen oder religionswissenschaftlichen Anspruch. Habe das schon relativ früh in die Hände bekommen, und es hat meiner Ansicht nach etwas geweckt, das schon da aber verschüttet war.

Der Sinn? Den haben uns die Götter denke ich schon vorgelebt. Leben, das Chaos ordnen, der Zerstörung trotzen, die Welt entdecken, lieben, nach höherem streben, wachsen, stärker und besser werden, Wissen und Weisheit sammeln, das Schöne schaffen und/oder verteidigen, die Ahnen ehren, die Fackel des Lebens an die nächste Generation weitergeben.

Einer der isländischen Oberen hat sinngemäß mal gesagt "Meiner Ansicht nach wird die Welt durch zwei wesensverschiedene Urkräfte geprägt, die erbauenden Kräfte der Æsir, und die zerstörerischen Kräfte, die wir als Riesen bezeichnen. … Ásatrú oder Heidentum besteht im Grunde nur darin, diese Zweiteilung zu erkennen und sich für die Seite der Æsir zu entscheiden."

Wobei sicher jeder individuelle Schwerpunkte finden wird.

Als großer Anhänger der Göttin die goldene Tränen weint, und unserer Mutter Frija, gibt es für mich nichts höheres als die Liebe zu finden, sie in Treue zu behüten und anzufachen, eine Familie zu gründen, zu lieben und geliebt zu werden, neues Leben zu erschaffen und zu formen, und diese heilige Sache zu hegen und zu pflegen und notfalls bis zum Äußersten zu verteidigen.
Mögen milde Mächte dir helfen, Frija und Frouwa und viele der Götter...

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