die Runen-Gilde

Literatur, sonstige Medien und quellenbasierte religionswissenschaftlich/historische Diskussionen zum Thema germanisches Heidentum
Rudi
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Re: die Runen-Gilde

Beitrag von Rudi »

Danke Markus für deine Arbeit!
Aaber, je länger ich über die Äußerungen des Herrn Thorsson lese, desto mehr schleicht sich ein Gedanke bei mir ein: hatten wir so etwas nicht schon einmal in den "tausend Jahren" vor 1945??
Ein Schelm, der Böses dabei denkt....
Nur so ein Gedanke am frühen Sonntagmorgäähn...
R.
Freya und Sahsnot, helft uns den alten Glauben zu bewahren
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Markus Nicklas
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... und der Pfad zur linken Hand

Beitrag von Markus Nicklas »

Differenzierung wie

"Der Fokus in der Gilde liegt in der Tat auf dem Individuum und seinem / ihrem eigenen geistlichen Fortschritt und Transmutation. Òdhinn ist kein Gott zum Anbeten, sondern funktioniert als Modell für die persönliche Entwicklung des Runenanwenders. Durch das von diesem Gott gesetzte Beispiel, kann der Runenmeister selbst Gott (Kataja) werden 2005, 20–21, 38). Thorsson unterscheidet zwischen Odinismus und Odianismus. Ersteres impliziert die Verehrung des Gottes Odin und Letzteres die Nachahmung des Gottes. Die Runengilde ist laut Flowers ein odianistische, nicht ein odinistische Organisation (Thorsson 2003, xv)."

"Die Runengilde ist ein Beispiel für eine Organisation, in der Antinomismus keineswegs sozial subversive Aktivitäten bedeutet."

"Eine Darstellung einer historischen Strömung der Esoterik, anstatt einer Kontrolliste, anhand derer festgestellt werden kann, ob ein Phänomen „wirklich“ Teil des Wegs zur linken Hand oder nicht ist, ist ein Festhalten an den diskursiven Merkmalen, die ich diskutiere, nicht genug, um die Gilde als Bewegung des linken Pfades zu beschreiben. Die Runengilde ist jedoch in einer direkten Linie der Evolution der amerikanischen Manifestation des Stroms des Pfades zur linken Hand. Der Tempel von Set war eine Entwicklung einer der ersten Bewegungen des linken Pfades, die Kirche Satans und Thorsson war, wie ich bereits besprochen habe, seit vielen Jahren tief in den Tempel involviert (sowie zuvor ein inaktives Mitglied der Kirche Satans gewesen)."

"Ein Beispiel wird in Thorssons Beschreibung von Ódhinn als dem „ersten (ältesten) Prinzip von menschlicher Intelligenz“ gegeben (Thorsson 2007, 139), die mit der Sicht des Tempels von Set vergleichbar von Set als Prinzip der isolierten Intelligenz ist."

Granholm S.16/17

Klar, wenn ich mich auf einen männlichen Gott konzentriere, dann ... doch ist das so? Wie schaut es aus, mit der Vielfältigkeit der Erscheinung von Gottheit? Welchen Sinn macht die Beziehung zu anderen Wesenheiten? Obliegt die Ausführung des mythischen Dramas tatsächlich nur Gottheiten oder kann Mensch*in da mitmischen?
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Markus Nicklas
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nochmal: Erfundene Tradition

Beitrag von Markus Nicklas »

Ulf Ickerodt aüßert sich auch in diesem Papier dazu, wer mag
Zwischen_Grabhugel_Ahnenkult_Weihestatte.pdf
(3.65 MiB) 5-mal heruntergeladen
läßt sich auch schnell finden über Suchbegriff "Tradition"
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Heimdall
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Re: die Runen-Gilde

Beitrag von Heimdall »

Rudi hat geschrieben: 02.05.2021, 13:22 Danke Markus für deine Arbeit!
Aaber, je länger ich über die Äußerungen des Herrn Thorsson lese, desto mehr schleicht sich ein Gedanke bei mir ein: hatten wir so etwas nicht schon einmal in den "tausend Jahren" vor 1945??
Ein Schelm, der Böses dabei denkt....
Nur so ein Gedanke am frühen Sonntagmorgäähn...
R.

Ganz recht, Rudi. Die Thorsson/Flowers-Dikussion wurde an anderer Stelle im Forum bereits ausführlich geführt (s. link).
Und aufgrund seiner Überzeugungen ist Herr Thorsson/Flowers bei vielen im Eldaring "persona non grata".

https://forum.eldaring.de/viewtopic.php ... 10#p149310


ich möchte keinesfalls irgendwo und von irgendwem zusammen mit S. McNallen gehandelt werden. Herr Flowers hat damit offenbar kein Problem. Allein diese Tatsache läßt mich von ihm abwenden. 

Dieses Zitat stammt von Dir, lieber Markus. Daher wundert es mich, dass Du Dich so ausführlich mit Thorsson beschaftigst.

Grüße Heimdall
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Markus Nicklas
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Re: die Runen-Gilde

Beitrag von Markus Nicklas »

Heimdall hat geschrieben: 06.05.2021, 17:15
ich möchte keinesfalls irgendwo und von irgendwem zusammen mit S. McNallen gehandelt werden. Herr Flowers hat damit offenbar kein Problem. Allein diese Tatsache läßt mich von ihm abwenden. 
Dieses Zitat stammt von Dir, lieber Markus. Daher wundert es mich, dass Du Dich so ausführlich mit Thorsson beschaftigst.

Grüße Heimdall
Einspruch, Heimdall, mein Heimdall! :D Ich befasse mich mit einem Artikel den Herr Granholm über die Runen-Gilde verfasst hat. Doch lasse ich das Schlusswort eben jenem, und wenn Du mit mir gemeinsam überlegen magst - bitte mittels persönlicher Nachricht - dann können Du und ich ja mal gucken, ob es verwertbare Impulse gibt.

Wohlsein! :)
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Markus Nicklas
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Abschluss

Beitrag von Markus Nicklas »

"Durch diesen Artikel hoffe ich demonstriert zu haben das bei der Diskussion zeitgenössischer esoterischer Gruppen (und vieler anderer)
Formen der gegenwärtigen Religiosität und Spiritualität) der Gelehrte sein / ihr historisches Bewusstsein wahren muss." Granholm, S.17

Und bitte nicht nur der gelehrte Mensch.

"Die Vorteile von Definitionen und Kategorien sind immer begrenzt. Sie sind Werkzeuge des akademischen Gewerbes und sollte nicht als absolute Beschreibung der Realität in irgendeiner bestimmten Weise betrachtet werden. Darüber hinaus wird welche Definitionen und Kategorien wir uns entscheiden zu verwenden, das Ergebnis unserer Studie beeinflussen. Obwohl Kategorien und Definitionen nur einen begrenzten Wert haben, sind sie für uns als Gelehrte sehr wichtige Werkzeuge. Wir sollten diese Werkzeuge nicht vernachlässigen, und es ist wichtig für uns als Gelehrte, unsere Fachgebiete klar (aber keineswegs abschließend) zu definieren.
Ich finde es ziemlich beunruhigend, dass Wissenschaftler, die auf dem sich entwickelnden Gebiet der heidnischen Studien tätig sind, zu denken scheinen, dass sie damit über die Runden kommen können, ohne wirklich die Frage zu berühren, was (Neo) -Paganismus ist."
Granholm, S. 18

Und, ja, selbst geschmackloses Scheitern leistet auf die Weise einen Beitrag, indem es als "schlechtes Beispiel" dient.
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