Simek/Mr Frog/ Jonathan Roper

Literatur, sonstige Medien und quellenbasierte religionswissenschaftlich/historische Diskussionen zum Thema germanisches Heidentum
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Markus Nicklas
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Simek/Mr Frog/ Jonathan Roper

Beitrag von Markus Nicklas » 19.10.2018, 09:00

Gerade bin ich dabei die Frog/Roper-Antwort auf Simeks "Nachruf auf die Wanen" zu übersetzen. Simeks Artikel ist fertig.

Aktuell scheint es Diskussionen über dies Forum zu geben. Sehr gut, denn es kann ein sicherer Raum sein, in dem Informationen zusammengetragen werden, die zu Treffen und Handlungen in der Wirklichkeit führen.

Meine Ansicht zu Simek. Vorbehaltlich des Eingeständnisses, dass ich weiß, weder seinen noch die Antwort darauf bisher verstanden zu haben, ist die, dass ich es sehr hilfreich finde, wenn jemand sich kritisch mit Quellen befasst.

Ich wünsche mir jemanden, der Zeit und Lust hat, diese Debatte zu moderieren und zu erklären.

Die Wanen - eine Erfindung um mit Erlebnissen fertig zu werden, für die es damals keinen Bezugsrahmen gab? "Götterkrieg" als Bild für die Auseinandersetzung von Kulturen und Ideen?

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Markus Nicklas
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Re: Simek/Mr Frog/ Jonathan Roper

Beitrag von Markus Nicklas » 21.10.2018, 07:00

für mich wage ich es zu sagen, dass die Ahnung eines Bildes entsteht. Ich sehe, dass im Verlauf der Geschichte Leute von dem Punkt aus, an dem sie sich befanden, versucht haben Wissen zu finden, zu deuten und anzuwenden. Manches hat in der Rückschau seine Richtigkeit behalten. Anderes zum Glück nicht.

Im Verlauf des Kontakts zu den Autoren gilt Sorgfaltspflicht. Gerade weil es sich um Texte handeln, die sich mit Forschung befassen. Ich bin damit weit, weit über meine Grenzen gegangen. Das betrifft den Aufwand, meine Möglichkeiten das zu verteilen und die Ruhe, um das Gelesene zu verdauen. Diese Grenzgänge halte ich für erforderlich. Durch sie entsteht Erfahrung.

Gerade was den Text von Simek betrifft, finde ich es wichtig, dass er keine Skrupel zeigt, die Quellen gründlich zu erforschen. Das bringt das Boot des alltäglichen, persönlichen Glaubens ins Wackeln und das ist gut so, denn diese Fragen bedeuten würdevollen Zugang und den Respekt, den die alten Autoren verdienen.

Ich bin genau deswegen in diesem Forum und diesem Verein beigetreten. Bessere, höhere, niedere Gottheiten gibt es für mich nicht. Es gibt die persönliche Auffassung und das Vermögen eine Andere auszuhalten.

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Re: Simek/Mr Frog/ Jonathan Roper

Beitrag von Ulrike » 22.10.2018, 11:09

Mir ist nicht ganz klar, was genau du jetzt zur Diskussion stellst. Möchtest du über die Wanen sprechen?

Liebe Grüße, Ulrike

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Re: Simek/Mr Frog/ Jonathan Roper

Beitrag von Markus Nicklas » 23.10.2018, 07:07

Ulrike hat geschrieben:
22.10.2018, 11:09
Mir ist nicht ganz klar, was genau du jetzt zur Diskussion stellst. Möchtest du über die Wanen sprechen?

Liebe Grüße, Ulrike
ja, ich benutze diese Notizen "um mein Hirn zu lüften", denn bei aller trockenen Arbeit des Übersetzens passiert es selbstverständlich nebenbei, dass mich die möglichen Perspektiven dessen, was ich lese berühren.

Über die Wanen zu sprechen ... mir geistert zudem noch der Artkel von Stefan Brink über die Verbreitung von Götternamen in Bezug auf Orte im Kopf herum. Ist es überhaupt angemessen, über verschiedene Klassen von Wesen zu sprechen? All das halte ich für menschliches, allzu menschliches Konstrukt. Was kommt dadurch zum Ausdruck? Der Wille, in Beziehung zu treten?

Danke und Gruß, m

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Re: Simek/Mr Frog/ Jonathan Roper

Beitrag von Ulrike » 23.10.2018, 08:43

Adolfo hat geschrieben:
23.10.2018, 07:07
Ist es überhaupt angemessen, über verschiedene Klassen von Wesen zu sprechen? All das halte ich für menschliches, allzu menschliches Konstrukt. Was kommt dadurch zum Ausdruck? Der Wille, in Beziehung zu treten?
Diese Kategorien sind mMn ein Hilfsmittel, um das, was anders ist,dem man aber begegnen möchte, oder vor dem man sich schützen, oder dessen Hilfe man erbitten möchte, zu begreifen. In Beziehung treten: ja, aber auch eine Möglichkeit, etwas zu begreifen. Können wir zum Beispiel bei den Asen und Wanen von einer Familie sprechen, und welcher Art sind die Beziehungen? Die einen sagen so, die anderen so, und es leuchtet ein, dass göttliche Wesen in ihrer Macht und Fülle besser begreiflich wurden, wenn man sie in Strukturen vorstellte, die einem bekannt waren. Auch wenn das eventuell gar nicht zutrifft., aber wer weiß das schon.
Es stellt sich also die Frage, haben die alten Heiden das überhaupt getan, oder ist das ein Merkmal de Zeit, in der die Quellen aufgezeichnet wurden.
Mich hat übrigens immer schon die Klassifikation "höhere" und "niedere" Mythologie gestört, aber diese Begriffe wrden ja zum Glück gar nicht mehr verwendet.

Liebe Grüße, Ulrike

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Re: Simek/Mr Frog/ Jonathan Roper

Beitrag von Markus Nicklas » 25.10.2018, 08:15

Guten Morgen!

Beide Artikel sind einmal durchgearbeitet. Sie ergänzen einander. Sie sind beide anspruchsvoll und quellenkritisch.

Herr Simek hat auf meine Initiative reagiert. Im Prinzip ist er interessiert, den Artikel übersetzt noch einmal zu veröffentlichen.

Wenn daran Interesse besteht, dann rege ich Folgendes an:
  • Wollt Ihr das im Herdfeuer lesen?
  • Wer kann die Übersetzung Korrektur lesen, verfügt ggf. über ein gepflegteres Englisch als ich und achtet mehr auf Grammatik?
  • Was haltet Ihr von der Idee, die Texte in ihren Bedeutungsebenen moderiert zu bekommen? Das sollte jemand tun, der sich selbst mit der Thematik befasst oder interdisziplinär an die Texte herangeht.

Danke fürs Lesen mit Gruß, m

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Re: Simek/Mr Frog/ Jonathan Roper

Beitrag von Lars-Erik » 29.11.2018, 08:12

Hallo,

vielen Dank, dass du dich damit beschäftigst. Ich würde es lesen wollen. Würde gegebenenfalls auch etwas dazu "moderieren". Allerdings fände ich es zudem passend - gerade als Text in der Herdfeuer - wenn man da auch ein paar Worte aus heidnischer Sicht verlieren würde. Was würde es für uns bedeuten, wenn die "Wanen" als Familie gemäß historischer Forschung "wegfallen"? Welche Reaktion wäre denkbar? Was das betrifft, kann man wohl nur einige Punkte anreißen, aber so als kleiner Rahmen oder Ausblick würde es diese tief wissenschaftliche Debatte ein wenig mehr mit unseren Lebenswelten verbinden. Man kann dies auch mit unter "Moderation" einordnen.

Ich finde das Thema besonders deshalb für uns interessant, weil es sozusagen das seismische Verhältnisch zwischen kritischer Wissenschaft und der Ordnungsliebe religiöser Sinnsuche offenlegt. Insofern es uns an Wahrhaftigkeit gelegen ist, haben wir der kritischen Wissenschaft viel zu verdanken. Allerdings stellt ihre prinzipielle Offenheit, die fordert grundsätzlich alles in Frage stellen zu dürfen, auch eine unübersehbare Herausforderung dar. Ich schätze, wenn man die Auseinandersetzung wagt, bestehen gute Chancen am Ende gestärkt daraus hervor zu gehen.

Beste Grüße

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Re: Simek/Mr Frog/ Jonathan Roper

Beitrag von Markus Nicklas » 29.11.2018, 17:24

Hallo Lars-Erik,

mittlerweile habe ich auch den Artikel, die Antwort von Clive Tolley auf Simeks Nachruf auf die Wanen übersetzt.

Ich freue mich sehr über Dein Interesse. :)

Es gibt einiges, was ich dazu sagen möchte, doch jetzt muss ich Dich um Geduld bitten.

Bis später grüßt und freut sich
Markus

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Lars Eriks Besprechung

Beitrag von Markus Nicklas » 24.10.2019, 17:15

Lars Erik hat sich ein paar Gedanken gemacht, die das Verhältnis von Praktizierenden und Wissenschaftlern ins Auge fassen. Bitte nutzt die Gelegenheit, Euch danach zu erkundigen und ggf die Möglichkeit zu erwägen den Artikel schon jetzt hier zu veröffentlichen, denn es gibt bereits weiteres Material von Terry Gunnell, das bereits in Arbeit ist.

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Terry Gunnell´s Wanen-Artikel

Beitrag von Markus Nicklas » 24.10.2019, 17:23

mit dem Titel "Blot-Göttinnen, Häuptlinge, Mimi, Inzest und Wagen - Mündliche Erinnerungen der Religion(en) der Wanen"

ist auch deswegen spannend, weil er Bezüge von Gottheiten und dem Land erwähnt.

Einstweilen bitte ich auch um Aufmerksamkeit für den folgenden Artikel
The_Performance_of_Asatru_The_Background.pdf
(360.74 KiB) 12-mal heruntergeladen


der Bezug nimmt auf "Den Hintergrund und die Natur der jährlichen
The Background and Nature of the Annual and gelegentlichen Rituale der Ásatrúarfélagið in Island".

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