Altisländische Runenschreibweise

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DARZ87
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Beitrag von DARZ87 »

Seit gegrüsst
<BR>
<BR>Ich bin David, 21 Jahre alt und aus Dübendorf (Schweiz).
<BR>
<BR>Meine Frage: Ich befasse mich gerade mit altisländischen Texten (die natürlich in lateinischer Schrift gedruckt sind) und habe mich gefragt, wie die korrekte Schreibweise in Runen aussehen würde.
<BR>
<BR>Das \"þ\" entspricht dem Thurisaz und das \"ð\" kann man mit Dagaz übersetzen, aber was macht man bei langen Selbstlauten (á í ú)? kann man z.B. für \"ú\" einfach zweimal Uruz setzen, oder wie wird das gehandhabt?
<BR>
<BR>Vielen Dank für eure Beiträge

durial
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Beitrag von durial »

Vergleiche mal das \"A\" bei \"Schall\" und \"Schal\". Die Aussprache des Vokals hängt vom Konsonanten ab. Das ist zwar nicht immer so (z.B. \"Saal\"), aber ich denke mal nicht, dass man bei einer Runenschreibweise da groß differenziert hat. Dass man beim \"á\" lediglich ein Akut-Zeichen setzte und eben nicht den Buchstaben verdoppelte, legt m.E. nahe, dass ursprünglich - eben in einer Runenschreibweise - nur ein Vokal stand.
<BR>
<BR>So wirklich eindeutig lässt sich die Frage jedenfalls nicht beantworten. Je nach Region hat mans vielleicht so oder so gemacht. Ich würde bei einfacher Schreibweise bleiben, denn wenn man den Begriffswert einer einzelnen Rune betrachtet, ergibt die doppelte Setzung wenig Sinn, es sei denn, es handelt sich um ein magisches Wort, das insbesondere z.B. mit den Asen zutun hat. Das solltest Du dann selbst abwägen.
<BR>
<BR>Gruß
<BR>Durial

DARZ87
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Beitrag von DARZ87 »

Vielen Dank, das hat mir sehr geholfen!

durial
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Beitrag von durial »

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Ansugaizaz
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Beitrag von Ansugaizaz »

Hallo David!
<BR>
<BR>1. Wie Dir sicherlich bekannt ist, hat es diese Texte niemals in Runenschrift gegeben, sie wurden vor ihrer Verschriftlichung in lateinischen Buchstaben allenfalls mündlich tradiert. Was Du vorhast, ist also eine reine Spaßsache und keine Rekonstruktion.
<BR>
<BR>2. Da Du nach der \"korrekten Schreibweise\" gefragt hast, kann ich Dir folgendes mitteilen:
<BR>\"Thurisaz\" und \"Dagaz\" bezeichnen Runen der Älteren oder Gemeingermanischen Runenreihe. Solltest Du bei Deiner Transliteration tatsächlich \"korrekt\" vorgehen wollen, kommt für altwestnordische Texte nur das Jüngere Futhark, und zwar die Nordische Runenreihe, in Frage. Du müßtest Dich also auf diese bei Deinem Projekt stützen.
<BR>Nebenbei bemerkt, wird nicht nur \"þ\", sondern auch \"ð\" durch die Thorn-Rune wiedergegeben!
<BR>Die Akzente in den altnordischen Textausgaben wurden übrigens von den Editoren eingefügt, in den Handschriften finden sie sich nicht. Demzufolge sind Längen auch in Runenschreibung nicht gesondert zu kennzeichnen.
<BR>
<BR>Viel Spaß bei Deinem Vorhaben! <IMG SRC='images/forum/smilies/icon_wink.gif' alt='Wink'>

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Ylva
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Beitrag von Ylva »

Kennst du das Buch von Klaus Düwel \"Runenkunde\" ?
<BR>Das wird allgemein als Einstig empfohlen und ist wissenschaftlich fundiert.
<BR>
<BR>Gruß,
<BR>Ylva

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