Mittelerde: Tolkien und die germanische Mythologie

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huginn und muninn
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Mittelerde: Tolkien und die germanische Mythologie

Beitrag von huginn und muninn » 28.01.2011, 20:52

Mittelerde: Tolkien und die germanische Mythologie
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Trolle und Zwerge allenthalben, ein verfluchter Ring und ein zerbrochenes Schwert, gute Zauberer und gefährliche Drachen: Tolkiens Werke, vor allem der Hobbit und der Herr der Ringe und die Vorgeschichte dazu im Silmarillion, sind voller Elemente und Motive, die aus der nordgermanischen Mythologie stammen. Dieser Band geht den wichtigsten Namen, Stoffen und Motiven nach, die Tolkien der altskandinavischen Sagenwelt und Mythologie, den Eddas und Sagas des isländischen Mittelalters entnommen und in seiner neugeschaffenen Welt von Mittelerde verwendet hat. Simek wendet sich auch an jüngere Leser, an die Filmfans, die gerne mehr über die Bedeutung der einzelnen Figuren erfahren möchten und all diejenigen, die einen Führer durch die mythologische Welt Tolkiens suchen. Genaue Quellennachweise und ein ausführliches Register machen das Buch zum nützlichen Nachschlagewerk.
http://www.amazon.de/Mittelerde-Tolkien ... _rhf_p_t_1

sehr gut gelungenes Buch über die Mythen welt von Mittelerde.

Gruss Rabenherz

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Tyrsax
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RE: Mittelerde: Tolkien und die germanische Mythologie

Beitrag von Tyrsax » 29.01.2011, 13:51

Danke für den Tip, hört sich interessant an.

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Ragin
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RE: Mittelerde: Tolkien und die germanische Mythologie

Beitrag von Ragin » 29.01.2011, 14:35

Ich hab mal den Link vom Buchcover "repariert".

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R.

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RE: Mittelerde: Tolkien und die germanische Mythologie

Beitrag von Eol » 29.01.2011, 15:05

Das Buch kann ich auch nur empfehlen. Tolkien hat ja nie einen Hehl daraus gemacht, sich ausgiebig von der nordisch/germanischen Mythologie inspiriert haben zu lassen - allein schon die Vielzahl an Zwergen- und Elbennamen ist auffällig. Das Buch zeigt noch vielerlei andere Parallelen und Anleihen.
Definitiv ein enorm interessantes Büchlein.
Wenn ich einer Untergrundkultgemeinschaft beitrete, erwarte ich Unterstützung von meiner Familie! (Homer Simpson)

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Slash
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RE: Mittelerde: Tolkien und die germanische Mythologie

Beitrag von Slash » 29.01.2011, 15:44

Eol schrieb:
Das Buch kann ich auch nur empfehlen. Tolkien hat ja nie einen Hehl daraus gemacht, sich ausgiebig von der nordisch/germanischen Mythologie inspiriert haben zu lassen - allein schon die Vielzahl an Zwergen- und Elbennamen ist auffällig. Das Buch zeigt noch vielerlei andere Parallelen und Anleihen.
Definitiv ein enorm interessantes Büchlein.
Tolkien hat nie einen Hehl daraus gemacht, weil es das Konzept von Mittelerde war, alle Mythologien und Sagen Europas in einen Topf zu werfen, umzurühren und dann zu schauen, was dabei raus kommt. Mittelerde SOLLTE ein mythisches Abbild unserer echten Welt sein.
Auf ganz ähnliche Weise hat er auch seine Sprachen konstruiert.

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Eol
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RE: Mittelerde: Tolkien und die germanische Mythologie

Beitrag von Eol » 29.01.2011, 16:53

Slash schrieb:
Mittelerde SOLLTE ein mythisches Abbild unserer echten Welt sein.
Wo hast du das denn her?
Wenn ich einer Untergrundkultgemeinschaft beitrete, erwarte ich Unterstützung von meiner Familie! (Homer Simpson)

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Slash
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RE: Mittelerde: Tolkien und die germanische Mythologie

Beitrag von Slash » 29.01.2011, 17:29

Eol schrieb:
Slash schrieb:
Mittelerde SOLLTE ein mythisches Abbild unserer echten Welt sein.
Wo hast du das denn her?
Klingt jetzt schwach, aber ich weiß es nicht mehr.
Zumindest ersteres, was ich schrieb, meine ich von Tolkien selber gelesen zu haben. Letzteres ergibt sich logischerweise, denn man findet nicht nur germanisch/nordisches, sondern auch Elemente aus anderen Mythologien (und auch christliches). Zudem macht die Welt eine Entwicklung von hohen mythischen Themen, bis zu einem Punkt, an dem kaum noch mythische Elemente vorhanden sind (Viertes Zeitalter) durch.
Zusätzlich kommen noch die Kulturen, die mehr oder weniger echten Kulturen entsprechen und teilweise sogar ähnliche Beziehungen haben. So haben die Rohirrim (die aus Elementen der Angelsachsen, Wikinger und eine Priese Goten bestehen) eine besondere Beziehung zu dem Reich von Gondor (was wiederum an Antike Hochkulturen a la Griechenland und vor allem (Ost)Rom erinnert).
Wer das Silmarillion kennt und die Historie der Welt Arda "analysiert", wird verstehen, was ich meine.

Lange Rede, kurzer Sinn: Mir ging es ja nur darum, dass es keine "Sensation" ist, wenn man germanisch/nordische Elemente findet. Man findet auch anderes. Es ist das Konzept.

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RE: Mittelerde: Tolkien und die germanische Mythologie

Beitrag von huginn und muninn » 29.01.2011, 20:48

Hallo Slash

Ja Mittelerde sollte ein mythisches Abbild unserer echten Welt sein.
Es gibt Paralellen zu Mittelerde und Midgard und zur Germanischen Mythologie.
Mittelerde
Tolkien und die
germanische Mythologie

Kann ich nur empfehlen.
Z.B. Sauron und Odin
Zahlreiche Züge vonOdin finden sich jedoch direkt auf Sauron angewandt, obwohl die rein äußerlichen Bezüge fehlen.
Tolkien spricht beide, Sauron wie Saruman, als Necromancer(böse Zauberer) an.
Dies entspricht einen Bild von Odin, das in erster Linie auf die mythologischen Einleitung zu Snorri Sturlussons Geschichtswerk Heimskringa(am Beginn der Ynglinga saga Kap.7 zurückgeht,
wo die magischen Fähigkeiten Odins ausführlich erwähnt werden.
Oder lest mal das Simarillion.
Da gibt es auch viele zu Nordischen Göttern Geschichten.

Lg Rabenherz huginn und muninn

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RE: Mittelerde: Tolkien und die germanische Mythologie

Beitrag von wulfgard » 30.01.2011, 08:09

Tolkien war ein Studiennarr nordischer und germanischer Mythologie, deshalb hat er viele Sachen nahe daran geschrieben.
Grüße vom Wulfgard aus Erfurt.

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RE: Mittelerde: Tolkien und die germanische Mythologie

Beitrag von huginn und muninn » 30.01.2011, 10:26

Hallo wulfgard

Genau er hatte an der univerität von Oxford Studiert.
http://de.wikipedia.org/wiki/J._R._R._Tolkien

Lg huginn und muninn

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RE: Mittelerde: Tolkien und die germanische Mythologie

Beitrag von docehrenhoefer » 30.01.2011, 16:48

huginn und muninn schrieb:
Hallo Slash

Ja Mittelerde sollte ein mythisches Abbild unserer echten Welt sein.
Es gibt Paralellen zu Mittelerde und Midgard und zur Germanischen Mythologie.
Mittelerde
Tolkien und die
germanische Mythologie

Kann ich nur empfehlen.
Z.B. Sauron und Odin
Zahlreiche Züge vonOdin finden sich jedoch direkt auf Sauron angewandt, obwohl die rein äußerlichen Bezüge fehlen.
Tolkien spricht beide, Sauron wie Saruman, als Necromancer(böse Zauberer) an.
Dies entspricht einen Bild von Odin, das in erster Linie auf die mythologischen Einleitung zu Snorri Sturlussons Geschichtswerk Heimskringa(am Beginn der Ynglinga saga Kap.7 zurückgeht,
wo die magischen Fähigkeiten Odins ausführlich erwähnt werden.
Oder lest mal das Simarillion.
Da gibt es auch viele zu Nordischen Göttern Geschichten.

Lg Rabenherz huginn und muninn
Stimmt so in der Form nicht ganz.

Tolkien war ein überzeugter Katholik, der aber von den alten nordeuropäischen Sagen und Überlieferungen fasziniert war. Der Tolkiensche Pantheon ist daher stark dualistisch geprägt, Morgoth und Sauron auf der "bösen", verzerrten Seite, Manwe und die Valar auf der "guten" Seite. Gandalf der Graue und Saruman der Weisse, sowie Radagast der Braune und zwei namentlich nicht genannte blau/grün gekleidete "Zauberer" sind die Istarii, quasi von den Valar geschickte Halbgötter um den Wesen auf der Erde zu helfen, von denen jedoch der höchste, Saruman der Weisse, durch die ihm verliehene Macht korrumpiert wird.
Dieser Grundgedanke passt nun überhaupt nicht zu der heidnischen Ethik, die kein "gut" und kein "böse" kennt, nur ein gemeinschaftschädigendes und gemeinschaftsförderndes Verhalten.

Tolkien hat sich lediglich fleissig an den Überlieferungen bedient, sogar so weit, daß er Gandalf die äusseren Merkmale Odins (grauer Mantel, blauer spitzer Hut) verliehen hat, bis zu dem Schimmel Shadowfax, dem König und schnellsten aller Pferde. Andere Eigenschaften, die "todesdämonischen" Eigenschaften Odins sind dagegen auf Sauron und Saruman übergegangen.

Insofern ist das, was Tolkien betrieben hat, nur eine "Fledderung" der alten Mythen. Er hat Namen und Motive übernommen - und so neu geordnet, daß dies in seinen eigenen Mythos hineinpasst.

Ich kann nur empfehlen, dazu mal die von Tolkien neu geschaffene Völsungenerzählung zu lesen (Die Legende von Sigurd und Gudrun, Klett Cotta), und mal den direkten Textvergleich der von Tokien durchgeführten Wiedergabe der Völuspa zu lesen und die mit der richtigen Völuspa zu vergleichen. Da wird bei Tolkien aus Odin förmlich der Christengott.....

Uwe
Unt´r der kloischt steppdecke
ko d´r gröscht Depp stecke!

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RE: Mittelerde: Tolkien und die germanische Mythologie

Beitrag von huginn und muninn » 30.01.2011, 17:43

Ja genau Tolkien war Katholik er glaubte Erlösung konnte für ihn der Mensch nur durch den Glauben an Jesus Christus und das Ewige Leben finden.Diese Einstellung sollte zum grundlegenden Tenor seines literarischen Schaffens werden.
Ja das stimmt Tolkien , dass er sich dem Glauben und der katholischen Kirche noch enger verbunden fühlte. Ebenso stärkte dieses Ereignis seine pessimistische Grundhaltung. Er sah, ganz im Sinne der Bibel (1 Johannes 5:19: „ Wir wissen: Wir sind aus Gott, aber die ganze Welt steht unter der Macht des Bösen.“ zit. nach Einheitsübersetzung), die Welt in den Händen des Bösen. Nur in den Siegen des Guten, so seine Vorstellung, konnte dabei das Schlechte vorübergehend zurückgedrängt werden.

Seine Mutter, die im Jahre 1900 gegen den Willen ihrer Eltern und Schwiegereltern zur römisch-katholischen Kirche konvertierte, erzog ihre Kinder in ihrem Glauben. Diese weltanschauliche Grundprägung sollte sich durch Tolkiens gesamtes Leben ziehen und weitreichende Auswirkungen auf sein Werk haben.
Die Legnde von Sigrun und Gudrum hat auch sehr viel mit Germanicshe Mythologie zu tun.
Ja das stimmt das Tolkien der katholischen Kirche angehörte.

Der Herr der Ringe ist eines seiner bekanntesten werke.

Gruß Rabenherz huginn und muninn

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Haldir
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RE: Mittelerde: Tolkien und die germanische Mythologie

Beitrag von Haldir » 31.01.2011, 20:16

Also als großer Herr der Ringe Fan und Besitzer der Extended Version vom Film, welche knapp 12 h an Dokumentation enthält, darunter sehr viel über die Motive von Tolkien sei euch eins gesagt:

Der Grund warum so viel der germanisch, nordisch und keltischen Mythologie im Herrn der Ringe eingeflossen ist ist der, dass England genau von diesen drei Völkern (ja ich weiß man kann da nicht genau von Völkern reden) geprägt wurde. Tolkien hat in seinem Studium, bei dem er unter anderem die gotische Sprache lernte und viele Sagen imOriginal las, bemängelt, dass es sehr viele Sagen und Mythen aus anderen Ländern gibt, aber eine rein britische Sagenwelt gibt es nicht. Irgendwei war alles germanisch durch die Agelsachsen, nordisch durch die Wikinger oder aber ursprünglich keltisch. Also machte er sich auf und schireb aus all diesen Mythologien eine britische Sagenwelt. Und genau wie ein Sprachwissenschaftelr ging er ans Werk.
Als erstes erfand er eine Sprache, dass Sindarin die Sprache der Waldelben. Danach erfand er Ihre Geschichte und dort enstanden die Hochelben (dazu die Sprache Quenya). Aber auch die Menschen mit ihrem Westron (altenglisch) und die Zwerge (mischmasch aus den alten nordischen Sprachen schon zu erkennen an der alten Runenschrift der Zwerge). Das Simarillion war geboren. Danahc folgte der kleine Hobbit, das er als Kinderbuch schrieb. Dann folgte sein größtes Projekt: Der Herr der Ringe. Eine epische britische Sage. Ursprünglich war dieses Buch auch nur eins und die drei Bücher gab es so nicht. Da es nach dem zweiten Weltkrieg aber nicht so viel Papier gab, entschieden sich die Verleger drei Bücher daraus zu machen. Tolkien war richtig sauer, weil erstens dadurch der Sagencharakter verloren ging zweitens die Titel seiner Meinung nach zuviel über den Inhalt verrieten. Besonders das dritte Buch mit dem Titel die Rückkehr des Königs mißvile ihm sehr.
Seine durchaus katholische Erziehung erkennt man allein an seinem Götterbild. Über allen steht der eine große, der die anderen Götter erschuf. Ein wenig mächtiger als die Engel, da diese die Macht ahtten die Welt zu erschaffen aus einem Lied heraus. Unter ihnen Morgoth, der gefallene Engel. usw usw.

Bei Fragen werd ich die gerne beantworten.

Gruß

Haldir
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han mathon ne nen,
han mathon ne chae,
a han noston ned wilith.

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RE: Mittelerde: Tolkien und die germanische Mythologie

Beitrag von drache » 31.01.2011, 20:33

Kleine Frage, die OT ist: Irlands nicht-keltischer Ursprung ist ja geklärt, wie sieht es mit England aus? (samt Wales und Schottland)

:noidea
Drache

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huginn und muninn
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RE: Mittelerde: Tolkien und die germanische Mythologie

Beitrag von huginn und muninn » 04.02.2011, 19:41

Ein Buch kann icg noch gut zum Thema empfehlen.
Mellie Uyldert Die Endeckung von Mittelerde.
Die Symbolik von Tolkiens Der Herr der Ringe
Verlag Neue Erde
ISBN 3-89060 601267.
Ein Buch für eine Endeckungsreise für alle die Spüren
daß ein Tiefer Sinn und ein Gleichnis in der Herr der Ring verborgenliegt.

Die Mythologien in der Herr der Ringe haben viele Bedeutungen und
für viele viele Fans von der Herr der Ringe ist auch ein Tiefer sinn in den Mythen.
Man findet so wohl Keltische Mythen wie Germanische in der Herr der Ringe.
Das Buch von Rodulf Simek Mittelerde Tolkien
und die Germanische Mythologie.
Behandelt das Thema am Besten und ist für den Einstig in diese Thematik sehr gut geeignet.

Liebe grüße Rabenherz huginn und muninn

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