Barbaren auf Netflix

Romane, Belletristik, Filmempfehlungen und Musikempfehlungen. Auch Offtopic bzw. mit und ohne heidnischen Hintergrund
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Blumenfee
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Barbaren auf Netflix

Beitrag von Blumenfee »


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Aethelstan1984
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Re: Barbaren auf Netflix

Beitrag von Aethelstan1984 »

"Dass die Römer Latein sprechen, ist eine Wohltat in dem Film, es hätte auch gut getan, wenn das Altgermanische die simple Sprache der Barbaren wohlklingender und unverständlicher zu Gehör gebracht hätte."

Das ist auf der einen Seite nachvollziehbar, auf der andere Seite handelt es sich bei dem Protogermanischen um eine Rekonstruktsprache. In einer Fernsehserie kann man nun nicht ernsthaft erwarten, dass die Verantwortlichen sich in linguistische Fachdiskussionen einarbeiten und ihre Schauspieler in einer Sprache sprechen lassen, deren Phonologie und Lexik in vielen Bereichen auch wissenschaftlich umstritten ist. Der rekonstruierte Wortschatz würde da auch gar nicht ausreichen.
Zudem handelt es sich um eine Unterhaltungsserie und nicht um eine Dokumentation. Ich finde es in Filmen wie der "Passion Christi" schon anstrengend, dass die Protagonisten auf Latein und Aramäisch sprechen. Und da kenne ich den Plot und kann beide Sprachen leidlich (!) lesen. Auf Serienlänge würde ich mir das nicht antun wollen.
Einen besseren Weg geht da die Serie "Vikings", in der zwar der Hauptteil der Dialoge in modernem Englisch mit skandinavischem Akzent gesprochen wird, einzelne Passagen aber auch auf Altnordisch und Altenglisch vorkommen. Das unterstützt die Immersion des Rezipienten in die Zeit des Frühmittelalters ohne ihn von der Narration abzulenken.
Heil Baldur, Heil Siegvaters Sohn,
der die Schöpfung wird leiten, wenn Wotan fällt
Heil dem Lichtbringer,
der noch rasten muss hinter Hels Pforten.

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Markus Nicklas
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Re: Barbaren auf Netflix

Beitrag von Markus Nicklas »

:) hab mir ein paar Minuten angeguckt und ... naja, immerhin hatten ein paar junge Leute damit Gelegenheit Bernhard Schütz kennen zu lernen ...

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Re: Barbaren auf Netflix

Beitrag von [+] »

Aethelstan1984 hat geschrieben:
08.11.2020, 08:21
In einer Fernsehserie kann man nun nicht ernsthaft erwarten, dass die Verantwortlichen sich in linguistische Fachdiskussionen einarbeiten (...).
Eine Fernsehserie ist auch nur eine künstlerische Hervorbringung wie ein Gemälde oder ein Musikalbum oder auch ein Roman. Sofern die Serie nicht ausdrücklich satirisch gemeint ist (Monty Python verzeihe ich die diversen Verulkungen des Deutschen gern), gibt es zwei vernünftige Optionen und eine unvernünftige.

Vernünftige Option 1:
Alle Dialoge auf Deutsch/Englisch/Kisuaheli (woher auch immer die jeweilige Serie stammt) verfassen, notfalls einen Hinweis in den Beipackzettel, dass das Absicht ist.

Vernünftige Option 2:
Sich in linguistische Fachdiskussionen einarbeiten.

Unvernünftige Option:
Sich eine Sprache ausdenken, sie als die gemeinte Sprache ausgeben und sich dann darauf berufen, dass man sich ja nicht in linguistische Fachdiskussionen einarbeiten könne...

Mir (ich komm’ ja aus Niedersachsen) geht es ja auch schon auf den Wecker, dass wir in US-amerikanischen Serien immer als Bayern dargestellt werden. :wink:
Nur ein Narr betet erst den Leichnam an.

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volker
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Re: Barbaren auf Netflix

Beitrag von volker »

Ich fühlte mich von der Serie gut unterhalten.
Ebenfalls finde ich, dass alle agierenden Parteien ausgewogen dargestellt wurden.
Mehr erwarte ich von einer kommerziellen Unterhaltungsserie überhaupt nicht.

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