Runahild

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Heidan Frihals
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Runahild

Beitrag von Heidan Frihals » 06.11.2018, 15:04

Aus dem norwegischen Eikelandsosen, in der Provinz (Fylke) Hordaland, stammt die freundliche und sympathische Folk-Künstlerin Brenda Dahl. Über die Jahre hat sie zahlreiche Musikstücke im Folk- aber auch Folk-Rock-Stil veröffentlicht. Seit 2006 war sie 10 Jahre lang mit ihrem Ein-Frau-Folk-Projekt „Eliwagar“ unterwegs, ehe sie sich 2016 dazu entschied, ihre Musik unter ihrem Künstlernamen „Runahild“ zu veröffentlichen.

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Ihre Musik erschafft sie dabei mithilfe alter Folk-Instrumente, wie Leier, Zither, Langeleik, Trommeln und natürlich ihrer weichen, sanften Stimme. Manchmal ist es auch nur Letztere, die einen in schamanisch anmutendem Dauergesang träumen und fallen lässt. Die Musik, die hin und wieder an eine sanfte Version von Nytt Land erinnert, ist dabei stets melodisch und eingängig, zum Teil auch etwas melancholisch. Sanfte Klänge malen Landschaften und mit den rhythmischen Schlägen der Rahmentrommel und Runahilds Stimme fällt es leicht zu entspannen und mit geschlossene Augen auf Reise zu gehen. Das Reiseziel ist dabei offen. Bei Liedern wie „Tåkedis“ (Nebel), „Urd“ oder „Disir“ wird allerdings klar, aus welcher Richtung Runahild kommt, was sie beschäftigt und beeinflusst.


„Seidgaldr“ (März 2017)

Das erste Album „Seidgaldr“ (Seidr = altnordische Art der Zauberei, Galdr = Beschwörung) ist nach ihrer Aussage von verschiedenen Trommelkreisen (zu Jahreskreisfesten, Trommelreisen, etc.) inspiriert, an denen sie teilgenommen hat. Einige Lieder oder Elemente auf Seidgaldr basieren auf improvisierten Aufnahmen und dem Versuch, die Atmosphäre eines Trommelkreises zu erschaffen. Das Album kann als eine Reise ins Unterbewusstsein oder in die Unterwelt beschrieben werden. Runahild drückt das so aus:
Unsere Dunkelheit und Schatten durchwandernd, unser inneres Selbst nährend, Licht aus unseren Wunden erschaffend und höher wachsend, während wir immer tiefer reichen.

„Seidrúnar“ (Oktober 2017)

Während das erste Album „Seidgaldr“ eine Reise in die Unterwelt und das Unterbewusstsein darstellt, um durch die Schatten zu wandern, die Dunkelheit im Inneren zu umarmen und zu heilen, geht es nach Runahild in „Seidrúnar“ um die innere Quelle, die uns mit allem verbindet, was im Universum existiert. Nach einer langen Reise durch den Nebel und die Schatten geht es darum, in der Tiefe unseres Wesens in den inneren Brunnen zu gelangen und in das stille Wasser zu blicken, um die Spiegelung der Sterne und des gesamten Universums zu sehen.

Bei diesem zweiten Album hat sich Runahild entschlossen, weniger auf Worte als auf Energie zu setzen. Sie meint, dass so jeder seine eigene persönliche Reise und seine persönliche Art, seine Spiritualität und Verbindung zur Natur und zum Universum erfährt, was ich ziemlich gut finde. Worte können sehr einschränkend und bindend sein, da sie nur unseren eigenen Ausdruck aus unserer eigenen Perspektive darstellen.
„Wir können alle Magie und Spiritualität erfahren, solange wir uns von dem befreien, was von der Außenwelt als solches definiert wird, und stattdessen suchen, was es in unserem eigenen inneren Selbst bedeutet. Wenn also die Musik, die ich schreibe, zu dir spricht, lass es dich dahin bringen, wohin es soll, lass es dir das Gefühl geben, das es in dir hervorrufen kann, unabhängig davon, welche Emotionen während des Komponierens von mir beschworen wurden. Erlebe es als deine eigene Reise!“

-Runahild

„Seidsang“ (Oktober 2018)

Ziemlich genau ein Jahr nach Veröffentlichung des Albums „Seidrúnar“ (Oktober 2017) erfreute uns Brenda Dahl aka Runahild mit einem neuen Album. Auf „Seidsang“ (Seidr = altnordische Art der Zauberei und Sang für Gesang) finden wir zehn neue Lieder im klassischen Runahild-Stil, also mit Folk-Instrumenten wie Leier, Zither, Langeleik, Trommeln und ihrer wunderschönen Stimme. Musik, Texte, Instrumente, Fotos und Gestaltung hat Brena dabei wieder komplett selbst übernommen.

Brenda schreibt über ihr Album, dass „Seidsang“ der Heilung der heiligen weiblichen Energie gewidmet sei und tief in die Schatten des Unterbewusstseins tauche, nur durch das Licht des Mondes und der Sterne begleitet, um die verborgensten Orte der Seele zu offenbaren, an denen einige Wunden offen blieben, die gepflegt und geheilt werden müssen. Die harmonische, sanfte Musik und ihr leichter Gesang spiegeln diese Absicht wirklich wieder. Das Album wirkt in Bezug auf die Vorgänger etwas ruhiger, sanfter und milder auf den Hörer. Zwar finden alle bekannten Instrumente ihren Weg auf den Langspieler, jedoch halten sich Trommeln und Rhythmus doch etwas zurück. Mehr zu diesem Album lest ihr hier.

Neben diesen drei Alben existieren aktuell noch drei „Singles“, die zum Teil Vorläufer der beiden Alben waren.

Høstmånen (Herbst-Mond) – November 2016
Nornir – Dezember 2016
Disir – Dezember 2017
Fullmånesang (Vollmond -Lied) – Juli 2018
Seidsang – Oktober 2018

Ich persönlich hoffe, dass uns Runahild, mit der nötigen Zeit und Kreativität, noch mit weiterer Musik beschenkt. Diese ruhige, reine Musik voller Harmonie und Sanftheit bietet einfach in vielerlei Hinsicht Tiefe, Hörgenuss und auch Entspannung.

Aus meinem Blog (https://heidan-frihals.de/runahild/)

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Re: Runahild

Beitrag von Heidan Frihals » 06.11.2018, 15:12

Blog-Artikel zum aktuellen Album:

Ziemlich genau ein Jahr nach Veröffentlichung des Albums „Seidrúnar“ (Oktober 2017) erfreut uns Brenda Dahl aka Runahild mit einem neuen Album. Auf „Seidsang“ (Seidr = altnordische Art der Zauberei und Sang für Gesang) erwarten uns zehn neue Lieder im klassischen Runahild-Stil, also mit Folk-Instrumenten wie Leier, Zither, Langeleik, Trommeln und ihrer wunderschönen Stimme. Musik, Texte, Instrumente, Fotos und Gestaltung hat Brenda dabei wieder komplett selbst übernommen. Einen weiteren Artikel von mir über Runahild könnt ihr übrigens hier lesen.

Die Inspirationen zum Album fand Runahild an verschiedenen Orten und in diversen Momenten. Der Titel des Albums, das Lied „Seidsang“, aber auch das Intro „Berkana“ erschienen ihr in einem Traum während ihrer Aufnahmen zum Vorgänger-Album „Seidrúnar“.
Seidsang is dedicated to healing the sacred feminine energy, diving deep into the shadows of the subconscious guided only by the light of the moon and the stars to reveal the most hidden places within the soul, where some wounds remain open in need to be nurtured and healed…

–Runahild

Brenda schreibt über ihr Album, dass „Seidsang“ der Heilung der heiligen weiblichen Energie gewidmet sei und tief in die Schatten des Unterbewusstseins tauche, nur durch das Licht des Mondes und der Sterne begleitet, um die verborgensten Orte der Seele zu offenbaren, an denen einige Wunden offen blieben, die gepflegt und geheilt werden müssen. Die harmonische, sanfte Musik und ihr leichter Gesang spiegeln diese Absicht wirklich wider. Das Album wirkt in Bezug auf die Vorgänger etwas ruhiger, sanfter und milder auf den Hörer. Zwar finden alle bekannten Instrumente ihren Weg auf den Langspieler, jedoch halten sich Trommeln und Rhythmus doch etwas zurück.

Dass sich die Inspiration für weite Teile des Albums laut Runahild aus einer Vollmondnacht im November speist, klingt da nachvollziehbar. Nachdem die Feierlichkeiten zur „Nacht der Ahnen“ geendet hatten, ergaben sich ihr zahlreiche Ideen, Texte und Melodien, wie z.B. „Disir“, dem Aufruf an die weiblichen Ahnen, wie sie sagt. Mit „Vegvisir“ (der den Weg zeigt) wird auf eine Reflexion des inneren Selbst, das Chaos, der Sturm und die Dunkelheit in einem angespielt. Inspiration lieferte hier ein Ausflug zum Leuchtturm bei Kråkenes an einem stürmischen Dezembertag. „Bortanfor Sløret“ (Hinter dem Schleier) beschreibt die Erfahrung, wie man nach traumatischen Erlebnissen, durch die man Teile seines Ichs verloren hat, mittels schamanischer Reisen jene Fragmente zurückholen und sich wieder „komplettieren“ und letztendlich heilen kann. Wohlgemerkt: Es handelt sich hierbei nicht um eine schamanische Anleitung, sondern um Erfahrungswerte, die Runahild mit diesem Lied teilt. In „Når Mørket Erindrer Lys“ (wenn sich die Dunkelheit an das Licht erinnert) bringt das Licht der Nacht die Erinnerung an den Tag und dem Sturm die Erinnerung an die Sonne. „Kvinnekraft“ (weibliche Energie) rührt aus dem Erlebnis in einem weiblichen Zirkel, dem Runahild beiwohnte und in dem es darum ging, ganz bei sich und dem Zirkel zu sein, ohne irgendein Urteil, Eifersucht oder Konkurrenz; niemand über oder unter einem. Wahre Schwesternschaft, eingebettet in Vertrauen und Offenheit. Auf einer Reise durch Nord-Norwegen zur Wintersonnenwende entstanden erste Ideen zu „Kvitbjarkan“ (weiße Birke). Während die Sonne es zu dieser Jahreszeit nie weit über den Horizont schafft, tanzen die Nordlichter und der Mond hellt die dunkle Schneelandschaft auf. Brenda sagt, die Nordlichter sind mit den tanzenden Geistern der Vorfahren verbunden, die uns ihren Segen geben. „Songane som Sildrer inn i Sjela“ (die Lieder fließen in der Seele) entstand bei improvisierten Aufnahmen mit einem guten Freund. Gemeinsam saß man an einem Fluss, der sich nach dem Winter wieder zu öffnen begann. Es klang ein wenig danach, als würde das Wasser nach der langen eisigen Zeit singen. Die Idee für ein Lied war geboren. Mit „Nornegaldr“ (Anrufung der Nornen) erreicht das Album dann das Ende (nur noch gefolgt vom Outro „Seidsang“). Für dieses Lied lieferte eine Utesitting-Zeremonie bei einer Vollmondnacht die Inspiration. Utesitting (sinngemäß: draußen sitzen) ist ein altes Ritual, das darin besteht, irgendwo in der Natur in der Stille von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang zu sitzen, mit der Welt der Geister zu verschmelzen und seine Seele zu öffnen, um von der unsichtbaren Welt geführt zu werden. In diesem Lied geht es darum, zur inneren Stärke aufzurufen, das eigene Schicksal voll und ganz zu stärken und es zu wagen, sein wahrhaftes Licht leuchten zu lassen.

In meinen Augen knüpft dieses dritte Album nahtlos an seine zwei tollen Vorgänger an und ist ein wirkliches tolles Stück Heiden-Folk geworden. Inspirierend, sanft, rhythmisch und weiblich.

Das Album könnt ihr euch hier kostenlos anhören.

01. Berkana 01:50
02. Disir 06:09
03. Vegvisir 05:54
04. Bortanfor Sløret 03:34
05. Når Mørket Erindrer Lys 04:53
06. Kvinnekraft 04:45
07. Kvitbjarkan 04:01
08. Songane som Sildrer inn i Sjela 04:35
09. Nornegaldr 09:00
10. Seidsang 05:06

Aus meinem Blog (https://heidan-frihals.de/runahild-seidsang/)

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Re: Runahild

Beitrag von Heidan Frihals » 29.01.2019, 13:50

Nur wenige Monate nach dem Erscheinen von „Seidsang“ hat Runahild mit „Seidhjallar“ ihr viertes Album veröffentlicht. Die fleißige Brenda Dahl aus Norwegen beglückt den geneigten Hörer mit sechs neuen Liedern, die im klassischen Runahild-Stil (Leier, Zither, Langeleik, Trommeln) eingespielt wurden. Einer der Songs, nämlich „Fullmånesang“ (Vollmondsang), wurde bereits in der Zwischenzeit solo veröffentlicht, ist aber nun auch Teil des neuen Albums. Auch wenn sechs Lieder auf einem Album eher wenig erscheinen, so ist die Gesamtspielzeit mit einer guten halben Stunde doch völlig im Rahmen. Zudem ist ja nicht die Menge an Songs relevant, sondern deren Tiefe und Authentizität. Beides liefert Runahilds „Seidhjallar“.

Der Schaffensprozess für „Seidhjallar“ fand im Rahmen intimer Rituale in einer abgelegenen Hütte auf den Höhen norwegischer Berge statt. Das schlägt sich auch im Namen des Album nieder, der vom nordischen Wort „Seiðhjallr“, ein hoher Sitz, an dem die nordische Magie namens „Seidhr“ ausgeführt wurde, stammt.

Nach Runahilds eigenem Verständnis widmet sich „Seidhjallar“ der heiligen Synthese von Dunkelheit und Licht und bezieht ihre Inspiration von spirituellen Reisen in die jenseitigen und irdischen Bereiche, die dem Rhythmus von Trommeln und Liedern folgen, um sich selbst zu bereisen.

Für Runahild ist das Album eine synergetische Vereinigung von Weiblichkeit und Männlichkeit, als Symbol der zwei Polaritäten im Universum, die zu einem Ganzen und einem Schöpfer von alldem werden, was sich im ewigen Kreislauf von Leben, Tod und Wiedergeburt befindet. „Es ist die Wiederverbindung zur Quelle der Seele, wenn diese beiden Essenzen zu einer Einheit verschmelzen und sich auf die Weise mit allem verbinden, was jenseits von Zeit und Raum ist“, so Brenda wörtlich über ihr neues Album.

Für mich schließt sich das Album stilistisch nahtlos an die Vorgänger an und bietet einen deutlichen Wiedererkennungswert. Man merkt allerdings auch, wie musikalisch ein wenig experimentiert wird und Brenda sich mehr zutraut. In einzelnen Stücken lässt sie sich die Zeit, die sie benötigt und geht mitunter auch mehr aus sich heraus. Ganze Passagen ohne Trommeln, auch mal ohne Gesang, nur mit Geräuschen der Natur finden so immer wieder ihren Weg auf das neue Album. Das mag dem ein oder anderen vielleicht nicht immer zusagen, weil ein Song auf diese Weise weniger eingängig klingt, aber es geht hier ja nicht um poppige Ohrwurm-Hits, sondern um Reisen, Momente und den eigenen Geist. In meinen Augen ist es Runahild wieder einmal bestens gelungen, diese intimen Reisen festzuhalten, als Album zu präsentieren und uns eigene musikalische, schamanisch geprägte Reisen zu ermöglichen.

Das Album könnt ihr euch hier kostenlos anhören.

1. Fullmånesang 02:45
2. Seidhjallar 09:16
3. Nymåne 03:34
4. Heimferd 05:43
5. I Dødens Favn 05:42
6. Livskjelda 06:21

Aus meinem Blog (https://heidan-frihals.de/runahild-seidhjallar/)

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