Menschenskind Skadi

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Kurt_Oertel
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Menschenskind Skadi

Beitrag von Kurt_Oertel » 28.10.2013, 15:20

[font='Times New Roman, serif']Ruth Brix:[/font]
[font='Times New Roman, serif']Menschenskind Skadi[/font]
[font='Times New Roman, serif']Verlagshaus Schlosser, 2013. 300 S.
ISBN 978-3-86937-472-7 EUR 14,95
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[font='Times New Roman, serif']Die Verfasserin hat dem Eldaring ein Exemplar ihres soeben erschienenen Buches zukommen lassen, zwar mit ein paar netten handschriftlichen Begleitzeilen, aber ohne jede Angabe von Adresse oder E-Mail, so dass man sich bei ihr nicht einmal dafür bedanken konnte. Das sei hiermit an dieser Stelle nachgeholt in der Hoffnung, dass sie es hier ja vielleicht liest. Aber nun zu dem Buch selbst, das mit 300 Seiten für einen Text, der sich hauptsächlich an Kinder richtet, ungewöhnlich umfangreich ist.[/font]

[font='Times New Roman, serif']Die kleine Skadi lebt als Tochter des guten Königs Uwe des Steinigen in Düsterland. Dieses von unüberwindlichen Bergen und Wäldern auf der einen und vom Meer auf der anderen Seite eingeschlossene Land trägt seinen Namen zu Recht, denn vor langer Zeit hatten die Götter einen Fluch über die Gegend verhängt, so dass es dort immer finster ist und ständiger Eisregen die Bewohner quält. Allerdings hatten die Götter eine Nebenwirkung des Fluches nicht bedacht: In dieser Dunkelheit kann auch die Regenbogenbrücke Bifröst nicht mehr
erstrahlen, weshalb sie nun auf dem hohen Götterberg am Rande des Landes festsitzen und nicht mehr nach Asgard zurück gelangen können. Deshalb ist auch Heimdall völlig unverdientermaßen in Ungnade gefallen.
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[font='Times New Roman, serif']Wie die kleine Skadi sich mit Hilfe ihrer Tierfreunde aufmacht, um all diese Dinge letztendlich wieder ins Lot zu bringen, ist mit viel Phantasie, humorvollen Details und vor allem mit einer Warmherzigkeit erzählt, die den Leser die Hauptfigur schnell ins Herz schließen lässt. Die Abenteuer sind originell erdacht und so erzählt, dass auch bei erwachsenen Lesern Langeweile nie aufkommt. [/font]

[font='Times New Roman, serif']Die Götter werden etwas zwiespältig dargestellt. Odin als sehr hochmütig und unzugänglich, Thor gar als ewig miesepeterig und übellaunig, der letztendlich aber doch sogar seinen geliebten Hammer aus der Hand gibt, als Skadi ihn für eine Aufgabe benötigt. Heimdall dagegen steht dem Mädchen in allen Belangen zur Seite, ebenso wie ihre Namenspatronin, die Göttin Skadi selbst. Eine wichtigere Rolle als die Götter spielen allerdings Zwerge und jene Riesen, die auf Seiten der Götter stehen, vor allem aber die Göttertiere, wie Sleipnir, Geri usw. [/font]

[font='Times New Roman, serif']Der einzige Wermutstropfen bei dem Buch, der aber nicht der Verfasserin anzulasten ist, ist die (offenbar gar nicht erfolgte) Lektorierung. Die Druckfehler übersteigen bei weitem die Anzahl, die man sonst hinzunehmen geneigt ist. Man hat den Eindruck, dass bei dem Text nie jemand Korrektur gelesen hat. Und wer immer den Text gesetzt hat, hat es teilweise ganze Kapitel lang nicht für nötig gehalten, mal einen Absatz einzuschalten, was schnell zu einer Ermüdung der Augen führt. Auch die Einbandgestaltung ist sehr karg und fantasielos. Sie lässt
eher an ein nüchternes Sachbuch denken und bietet kaum Anreiz, das Buch neugierig zur Hand zu nehmen. Hier hat sich der Verlag kein gutes Zeugnis ausgestellt.
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[font='Times New Roman, serif']Das ist um so schmerzlicher, als dieses erzählerisch sehr gelungene und unterhaltsame Buch in dieser Hinsicht wahrlich Besseres verdient hätte. [/font]

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