Heidentum und Umweltschutz

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Stefaniefuerst
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Heidentum und Umweltschutz

Beitrag von Stefaniefuerst »

Hallo zusammen!
Mich würde folgendes Thema interessieren. Wie werden im Heidentum der Umweltschutz und Tierschutz betrachtet? Kann ein Heide vegetarisch oder sogar vegan sein? Es ist für mich wichtig, da ich selbst kein Fleisch esse und der Umweltschutz für mich aktuell ist. Schreibe auch Artikel (hier) zu diesem Thema in einem Blog.
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Heidan Frihals
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Re: Heidentum und Umweltschutz

Beitrag von Heidan Frihals »

Also für mich ist Umwelt-, Natur- und Klimaschutz sehr wichtig. Wir nehmen als Familie an Baumpflanzaktionen teil und sind auch so viel im Wald. Ich war auch im Dannenröder Forst, allerdings ohne Familie aber mit gesammelten Spenden. Wir meiden Palmöl so gut es geht, essen möglichst regional und biologisch. Bei Gas und Strom sind wir bei entsprechenden Anbietern und selbst das Girokonto haben wir vor ein paar Jahren gewechselt, um sozial-ökologische Projekte zu unterstützen. Zusätzlich esse ich inzwischen deutlich weniger Fleisch als vor einem halben Jahr. Das sind alles Dinge, die man halt tun kann und natürlich geht immer noch mehr.
Der Antrieb dafür ist in erster Linie das Verantwortungsbewusstsein gegenüber nachfolgenden Generationen und halt auch gegenüber Mutter Natur selbst. Zum Heidentum passt das insofern, dass man ja die beseelte Natur, Naturgeister, Haine, Berge oder Gewässer wertschätzt und in und mit ihnen lebt und opfert. Sie sind unsere Lebensgrundlage. Auch spirituell. Unabhängig davon, dass unsere Ahnen das vielleicht zwar ähnlich sahen aber durchaus auch Raubbau an der Natur betrieben haben.
Naht in Ehrfurcht, naht in Andacht,
Und was unhold, bleibe ferne;
Unsre Zeugen sind die Götter,
Stummer Wald und stille Sterne.
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Aethelstan1984
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Re: Heidentum und Umweltschutz

Beitrag von Aethelstan1984 »

Wusstest du, dass 60% der Fläche Islands vor 1000 Jahren bewaldet war, während es heute nur noch 0,5% sind? Historisch kann man nicht sagen, dass den heidnisch-germanischen Völkern der Wald an sich in irgendeiner Form "heilig" war. Natur- und Umweltschutz waren im Frühmittelalter (und noch lange darüber hinaus) kein Thema, zum einen weil man auf Naturstoffe als Rohmaterial angewiesen war und zum anderen weil die Zusammenhänge zwischen Mensch und Umwelt noch nicht verstanden wurden. Deshalb spielt Umweltschutz in den Quellen aus dieser Zeit keine Rolle.

Heute muss das natürlich anders betrachtet werden. Wir wissen ja mittlerweile welche Auswirkung die Ausbeutung natürlicher Rohstoffe haben kann, wenn es nicht nachhaltig geschieht. Der Schutz der Schöpfung ist unabhängig von der Religion eine absolute Notwendigkeit.

Zum Thema Veganismus wurde hier im Forum ja schon an anderer Stelle vieles gesagt. Das ist im Endeffekt eine moralische Frage, auf die das Heidentum keine andere Antwort gibt als viele andere Religionen: Es gibt kein Verbot des Fleichsgenusses. Aber wenn du kein Fleisch isst, dann gibt es dagegen auch nichts einzuwenden aus z.B. ritueller Sicht.
Heil Baldur, Heil Siegvaters Sohn,
der die Schöpfung wird leiten, wenn Wotan fällt
Heil dem Lichtbringer,
der noch rasten muss hinter Hels Pforten.
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