Teil der Natur

Seidr, Runen, Magie ...
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literatomorph
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Beitrag von literatomorph »

Hallo, Toni.
Jaaa, es ist zu wahr um schön zu sein, was du da sagst :D
Oft werden diese Aspekte der Unabhängigkeit zu einem System gerne vergessen...
Was wenn der Zahn schmerzt? Was wenn eine Geburt ansteht? Was wenn man sich mit dem Beil beim Holzhacken ins Bein trifft.
Ich bin jetzt 41 Jahre alt und hatte bereits 2 Knochenbrüche die operativ behandelt wurden. 4 Weisheitszähne mussten auch zerteilt und aus dem Knochen gefräst werden, von den Wurzelbehandlungen und Überkronung der hinteren Backenzähne ganz zu schweigen. Ich denke wenn ich da nicht unsere vielgescholtene Medizin gehabt hätte wäre ich...nunja, entweder tot oder stark verkrüppelt.
Gesundheitssystem olé, olé :thumbsup:
Gruß
Philipp
Invere Ing

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Ár Bjarkan
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Beitrag von Ár Bjarkan »

ich empfehle einen meiner lieblingsfilme: into the wild
nebenbei ist auch noch die filmmusik großartig, kommt auch von eddie vedder
~~~
[align=left]Dem schlummernden Wolf glückt selten ein Fang.[/align]

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literatomorph
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Beitrag von literatomorph »

Kenne ich tatsächlich nicht, den Film.
Werde ich mir ansehen :D Danke für den Tip :thumbsup:
Gruß
Philipp
Invere Ing

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Schwanenfuß
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Beitrag von Schwanenfuß »

Zu der Abhängigkeit/Entfernung: nein, eben deswegen meine ich haben wir uns nicht entfernt, auch wenn Missernten besser abgefedert werden. Alles was wir tun und sind und benötigen entstammt ja weiterhin der Natur. Ohne Wind und Sonne und Erze im Boden könnten wir gar nicht in diesem Forum diskutieren. Aber wir schauen nicht auf diese Grundlage, wir schauen nur auf die anthropogenen Weiterbearbeitungsprozesse.
Ja, es stimmt, dass es weiterhin der Natur entstammt, aber die meisten Menschen haben das eben durch die vielen Verarbeitungsschritte, die andere für sie durchführen, eben nicht mehr auf dem Schirm. Mir geht es darum, dass die Menschen diese Aufmerksamkeit der Natur gegenüber aus ihrem Alltag verbannt haben. Sie müssen sich nicht mehr damit beschäftigen, das Tier zu schlachten, das sie essen möchten. Da entsteht der Bruch, meiner Meinung nach, und das finde ich fatal. Sie können so dem genommenen Leben nicht die Würdigung entgegenbringen, die es verdient. Allein der Schlachter, der täglich tausenden von Tieren die Kehle aufschlitzt, hat mit Sicherheit auch keinen Bezug mehr dazu, was das bedeutet, das Leben des Tieres zu nehmen, damit andere davon essen können - abgestumpft eben.
[quote='Schwanenfuß','index.php?page=Thread&postID=143330#post143330']Was ich meinte ist, vollkommen aus dem Kreislauf des Kapitalismus zu entkommen. Ich will meinen Hof haben mit meinem Land dabei mit meinen Tieren und meinem Gemüse. Und zwar ohne, dass ich dafür in irgendeiner weise Geld verdienen muss, um mir diesen Besitz leisten zu können. Das ist in Deutschland aber ohne weiteres nicht möglich, schon allein die Grundsteuer macht einem da n Strich durch die Rechnung. Dazu kommen noch viele weitere Dinge, die dich zum Geld verdienen zwingen. Außer vielleicht man reißt in den Wald aus und baut sich ne Hütte solange bis einer kommt und einen verscheucht.... Soll ja solche Leute auch geben, aber das ist nicht das was ich mir darunter vorstelle, ein unabhängiges lebenswertes Leben mit meiner Familie zu führen.
Außerhalb eines Systems mit beispielsweise Grundsteuer kann dann auch keine medizinische Grundsicherung, keine Exekutive, kein Bildungssystem nach heutigen Maßstäben, keine Versorgung mit Strom oder sauberem Wasser sichergestellt werden. Wenn jeder sich nur irgendwo ein Stück Land besetzt, geht erstmal das Geprügel los, wer das beste kriegt und wer wie viel. Wenn davon dann niemand willens ist, Steuern zu bezahlen, kann auch keine Rechtsstaatlichkeit mehr aufrechterhalten werden, d.h. wir greifen dann zurück auf die guten alten Stammesfehden, um die Zankereien zu regeln. Ohne Krankenversicherung kann sich dann auch nur derjenige einen Wanderarzt leisten, der grade noch ein Huhn zur Bezahlung entbehren kann. Dann hoffen wir mal lieber, dass in deiner Familie keine Anlagen für Krebs oder ähnliches vorhanden sind und deine Hüfte breit genug ist für einfache Geburten. Höhere Bildung ist ja auch unnütz, hauptsache deine Kinder lernen wie man die Hühner füttert und das Dach flickt.
[/Quote]

Daher muss man Abstriche machen. Das ist mir völlig klar. Bildung ist ein wichtiges Gut, das muss man auch fördern, aber vernünftig. Soziales Umfeld muss ebenfalls vorhanden sein, der Austausch ist wichtig. Sich allein abzusetzen ist da nicht die Lösung.

Wo wir schon bei Filmvorschlägen sind, ich habe dazu den passenden, sogar ganz aktuellen Film, der wunderbar in diese Diskussion passt. Die Botschaft finde ich hervorragend und spiegelt so ziemlich genau meine Vorstellung des Ganzen wider.

Für alle, die es interessiert: Captain Fantastic!

Kann ich wirklich nur empfehlen!

http://youtu.be/hn3sRSb2Lk4


Grüße,
Cari

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Ár Bjarkan
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Beitrag von Ár Bjarkan »

[quote='Schwanenfuß','index.php?page=Thread&postID=143363#post143363']Für alle, die es interessiert: Captain Fantastic!

Kann ich wirklich nur empfehlen!

http://youtu.be/hn3sRSb2Lk4[/quote]Der Trailer verspricht einen halbwegs guten Film und wird vorgemerkt! Danke!
~~~
[align=left]Dem schlummernden Wolf glückt selten ein Fang.[/align]

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Haukrinn
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Beitrag von Haukrinn »

Hmn, ich scheine da als Naturwissenschaftler offenbar eine andere Auffassung von Natur zu haben als die meisten hier. Aber sei's drum.
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Armin
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Beitrag von Armin »

Erzähl mal!

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lynxaett
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Beitrag von lynxaett »

:) Japp, kann ich mich nur anschließen, erzähl mal Haukrinn!
Und keine Sorge: ich als Mediziner hab auch eine andere Auffassung von Natur als bisher hier vertreten: Ich finde es nämlich seltsam, dass hier wer glaubt, dass sich der (westliche??? bloß der? und die Chinesen jetzt nicht, oder was?) Mensch von *der Natur* entfernt hat - ja wie soll das denn gehen? Gemäß dem, was man in meiner Fakultät so lernt, und was mir bisher gemäß persönlicher Erfahrung auch nicht widerlegt wurde, *ist* der Mensch Natur... wer das nicht glaubt, möge mir beweisen, dass er/sie eine KI ist, die sich selbst gebaut hat und irgendwo in irgendwelchen mächtigen Datenschichten auf globalisierten Servern westlich von Island wohnt. Oder so.... Wer das nicht tut, sondern zugibt, dass er seine Software auf einem organischen menschlichen Körper fährt, den die natürliche Evolution geformt und erschaffen hat, und übrigens immer noch weiter erschafft und verändert, der *ist* Natur. Wer es nicht glaubt, der werde krank, dann merkt man das recht schnell. ;)
Lynx
Mein Kompliment übrigens an Toni, ich fand das waren sehr kompetene und diffferenzierte Postings von dir hier in diesem Thread, danke dafür. (Hast du Philosophie studiert??? Nur mal so aus Interesse....)

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literatomorph
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Beitrag von literatomorph »

Japp, Toni hat auf jeden Fall erkannt das wir um den heißen Brei herrumreden wenn wir unterschiedliche Dinge unter "Natur" verstehen. Wir diskutieren quasi alle um das gleiche Thema mit unterschiedlichen Sprachen.
Es gibt da sehr emotionsbeladene ,an persönliche Befindlichkeiten gebundene Definitionen, aber auch rationale, kühlere Ansätze.
Worüber genau reden wir also wenn wir "Natur" meinen?
Gruß
Philipp
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Toni
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Beitrag von Toni »

@lynxaett:
Oh, dankeschön ^^ Ich hab so eine Mischung aus Bauingenieur und Umweltwissenschaften studiert. Da waren teilweise auch philosophische und sozialwissenschaftliche Aspekte mit dabei.


Ich glaube dass wir hier im Thread größtenteils auch von der eigentlichen Meinung her gar nicht so weit auseinandergehen, nur eben die Begriffe jeweils anders verwenden.
(vormals Feri, um Verwirrungen bei/nach Things/Blots/Ostaras/usw. zu vermeiden jetzt direkt Toni ^^ )

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literatomorph
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Beitrag von literatomorph »

Tatsächlich lohnt es sich hier den Wikipediaartikel zu Rate zu ziehen was Definitionen angeht:


https://de.m.wikipedia.org/wiki/Natur
Invere Ing

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Haukrinn
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Beitrag von Haukrinn »

Da oben ja nachgefragt, Natur ist für mich ziemlich allumfassend. Das von Menschen Geschaffenes nicht Teil der Natur ist finde ich seltsam. Wo soll diese Abtrennung erfolgt sein? Der Mensch ist Teil der Natur und alles was er tut ist sich die Dinge um sich herum zu Nutze zu machen. Man mag also über den unberührten Teil der Natur und den vom Menschen veränderten diskutieren, aber die Einstellung das Stadt, Supermarktartikel und Autobahn keine Natur sind finde ich völlig falsch. Zu mal sich auch die unberührte Natur, betrachte ich jetzt zum Beispiel mal die Stadtflora und -fauna, einen feuchten Kehricht um so eine derartige Definition zu scheren scheint. ;)

Weiterhin teile ich, so gerne ich auch draußen im Welt oder am Meer bin und Nachhaltigkeit insb. im Bezug auf unsere Umwelt für immens wichtig halte, so überhaupt nicht die "Zurück zur Natur"-Einstellung vieler anderer Heiden. Ein Verzicht auf sauberes Wasser, nicht verseuchte Lebensmittel, eine gute medizinische Versorgung, Nächte und Winter in denen ich nicht frieren muss käme mir niemals in den Sinn. Im Gegenteil, ich halte sowas für romantisiertes Wunschdenken - bin halt doch irgendwie ein totaler Stadtheide. :)
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literatomorph
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Beitrag von literatomorph »

Ja, könnte ich zustimmen....
Nur reden wir hier mit unterschiedlichen Begriffsdefinitionen.
Einige verstehen hier unter Natur das Gegenteil von Kultur(also menschlicher Einmischung), eine Sichtweise die romantisch geprägt ist. Poesie vrs. Wissenschaft quasi.
Die Frage für diesen Thread sollte also erstmal sein: Was meinen wir ,wenn wir "Natur" sagen?
Ich könnte auf beiden Ebenen weiterdiskutieren.
Gruß
Philipp
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Schwanenfuß
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Beitrag von Schwanenfuß »

Einige verstehen hier unter Natur dasGegenteil von Kultur(also menschlicher Einmischung)
Den Eindruck habe ich eher weniger.

Für mich ist der Mensch auch eigentlich untrennbar von der Natur, da Stimme ich mit Haukrinn überein, so gesehen meine ich, hat sich der Mensch auch ein Stück weit von sich selbst entfernt. Er lebt einfach oberflächlich und betrachtet sich selbst sehr oft als Gegenstück zur Natur, den Eindruck habe ich jedenfalls.

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literatomorph
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Beitrag von literatomorph »

Aber "oberflächlich" ist dann ja bereits eine trennende Wertung .Wenn er nicht zu trennen ist, lebt er doch nur sein biologisches Programm und kann sich davon nicht befreien. All unser Streben ist ,wenn man es runterbricht und den ganzen hochtrabenden Mist rausfiltert sehr biologisch, also der Versuch sich und seine Art( Nachkommen/Mitmenschen/ Gruppe) bestmöglich zu erhalten.
Inwiefern unterscheidet sich der moderne Mensch von Völkern der Blattschneideameisen oder der Wanderheuschrecken? Die sind auch amoralisch und höchst destruktiv, ja unersättlich in ihrem Streben zu expandieren.Einige Ameisenarten versklaven sogar andere Tiere, oder treiben große Pilzzuchten als Monokulturen ect...
Gruß
Philipp
Zuletzt geändert von literatomorph am 04.11.2016, 10:40, insgesamt 1-mal geändert.
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