Eure Erfahrung mit der Bibel / Christentum

religionswissenschaftliche und historische Themen ausserhalb des germanisch/skandinavischen Kontexts
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Werdandi
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Beitrag von Werdandi » 12.01.2017, 11:57

Im Titel dieses Threads geht es um die persönlichen Erfahrungen mit dem Christentum und der Bibel.
Das sind zwei paar Schuhe.
Außerdem denke ich,daß hier Dinge vermischt werden,die sich nicht mischen lassen bzw nicht vermischt werden sollten.
Die Religion des Christentums( stimmt so in dieser Kombination eigentlich auch nicht) ist nicht gleich mit dem Glauben an den christlichen Gott (auch das ist eigentlich keine stimmige Aussage) .
Es gibt verschiedene christliche Religionen. Innerhalb dieser gibt es Regeln,die aufgestellt wurden, es wird erwartet,daß die Anhänger sich an diese Regeln halten.
Der Glaube ist aber etwas anderes. Das ist die persönliche Wahrheit die Jeder innerhalb seiner Religion für sich anerkennt. Der mag in vielen Dingen bei Christen kongruent sein aber eben nicht in Allen (so meine Erfahrung mit Anhängern dieser Religion).
Die Kirche (die eben auch nochmal etwas anderes ist,als die Religion und der Glaube) Hat die Regeln für sich als Institution vereinnahmt und beansprucht die Deutungshoheit (also nicht das Haus sondern die Postenträger innerhalb dieser Institution).
Da die Institution Kirche innerhalb der Gesellschaft immer noch Macht besitzt, versuchen die Postenträger eben so viel Volk wie möglich an sich und damit an ihre Deutungshoheit zu binden. Da Glaube aber eben eine persönliche Wahrheit ist kann zum Einen ein Andersgläubiger schwehr wirklich überzeugt werden zum Anderen aber sieht dann aber der Gläubige(welcher Religion auch immer) den anderen Glauben ebn nicht als Wahrheit an.
Ab hier klafft dann die Schere auseinander.
Ich als Polytheist sage: für mich ist mein Glaube die Wahrheit, für dich ist das deiner. Mir doch wurscht ,glaub was du willst, hauptsache du bist zufrieden und lässt mir Meines.
Der Monotheist hat aber Sendungsbewusstsein und will seine persönliche Wahrheit als allgemein gültig durchsetzen.
Und das ist eben die Krux.
Wären Monotheistische(zumeist Postenträger) entspannter und tolerant würde sich Polytheist garnicht darüber aufregen, wie denn " die Christen" ( ist ein genau so doofer Begriff wie "die Germanen") so drauf sind.
Meine Ansicht dazu.
[font='Comic Sans MS, sans-serif']Erst wenn die Drachen wieder frei fliegen, ist mein Tun in dieser Welt beendet. Dann kehre ich Heim zu dir,um die Fäden des Wyrd neu zu spinnen.[/font]

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Nebelwolf
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Beitrag von Nebelwolf » 12.01.2017, 12:23

Kannst, oder willst du mich eigentlich nicht verstehen?

Der Begriff "Götzendienst", in dessen Kontext unsere Wortdiskussion steht, stammt aus der deutschen Bibel als direkte Übersetzung des griechischen Wortes.
Daher habe ich dich gleich auf seine Herkunft verwiesen, das hätte spätestens beim Anklicken des Links klar sein sollen.
Egal, wird beides in dem Link beschrieben, ist eine negative Wertung.
Nö, die erste (und ältere) Bedeutung im Sinne von Bildnis ist zunächst doch ganz ohne Wertung. Sie taucht in der Form auch genauso wertungsfrei z.B. bei Simek auf, wenn er die germanischen "Pfahlgötzen" beschreibt.

Ansonsten sollte jeder selbst wissen, was er da mit seinen "Idolen" tut, solange er mir damit nicht auf die Nerven geht. Viele Christen z.B. betreiben einen regelrechten "Götzendienst" mit ihrer Bibel, dem Kreuz oder den kirchlichen Sakramenten, und vergessen ihren Glauben darüber, der doch angeblich so wichtig ist. In dem Fall denke ich mir halt, im Sinn des Volksmunds: "Du kannst das schon so machen, aber dann ist es halt kacke" ;) Das wäre jetzt mein persönliches Statement zu der Frage hier.
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literatomorph
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Beitrag von literatomorph » 12.01.2017, 13:04

Moin.
Mit der neutralen Deutung habe ich ja auch keine Probleme.
Nur geht es mir so:
Die meiste Sympathie für Christen habe ich genau dann wenn diese Heiligen/Ikonen/Reliquienverehrung stattfindet. :rolleyes:
Das ist eben fast ein bisschen heidnisch :thumbsup:
Mit Protestanten hab ich mehr Probleme...da verstehe ich den Sinn nicht wirklich. Sollen möglichst viele Rituale und Bräuche abgeschafft werden?Wie öde :D
Gruß
Philipp
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Toni
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Beitrag von Toni » 12.01.2017, 17:42

[quote='literatomorph','index.php?page=Thread&postID=144151#post144151']Mit Protestanten hab ich mehr Probleme...da verstehe ich den Sinn nicht wirklich. Sollen möglichst viele Rituale und Bräuche abgeschafft werden?Wie öde :D[/quote]Mein Eindruck vom Protestantismus ist, dass diese "Religion" im Wesentlichen nur ein gesellschaftliches Konstrukt ist, also der Fokus eben nicht auf dem Spirituellen liegt, sondern darauf, dass man einfach nur in einer Kirche ist, sich als Christ irgendwie zugehörig fühlt und auf diese ominösen "christlichen Werte" berufen kann etc., aber ohne sich mit so suspektem Kram wie Ritualen und Bräuchen befassen zu müssen. Die Quote der eigentlichen Atheisten bzw. "ich hab da nie groß drüber nachgedacht"lern ist unter den Protestanten, die ich kenne, bedeutend höher als bei allen anderen Religionsgrüppchen.
(vormals Feri, um Verwirrungen bei/nach Things/Blots/Ostaras/usw. zu vermeiden jetzt direkt Toni ^^ )

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Nebelwolf
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Beitrag von Nebelwolf » 12.01.2017, 18:39

[quote='literatomorph','index.php?page=Thread&postID=144151#post144151']
Mit Protestanten hab ich mehr Probleme...da verstehe ich den Sinn nicht wirklich. Sollen möglichst viele Rituale und Bräuche abgeschafft werden?Wie öde :D [/quote]

Was hält dich davon ab, dich über den Glauben und die Ansichten dahinter selbst zu informieren?
Das protestantische Christentum wurde aus der Überzeugung geboren, dass es zum Heil alleine auf den persönlichen Glauben ankommt. "Kopf und Herz, statt Auge und Hand", wie man sagt ;)
Was alle damit verbundenen Traditionen folgerichtig unbedeutend oder sogar störend macht. Gerade der katholischen Tradition wurde zur Zeit der Reformation ja vorgeworfen, dass sie (zu 90%) wegen der vielen Rituale, Legenden, Autoritäten usw den Zugang zum Evangelium nur unnötig erschwert. Das macht sie vielleicht nicht verwerflich, aber zum verzichtbaren Beiwerk.

In der letzten Zeit findet allerdings ein Umdenken statt, auch weil man von den asiatischen Religionen gelernt hat, wie wichtig diese Bräuche eigentlich für den Menschen sind. Und weil die evangelische Kirche genauso Irrwege gegangen ist wie die katholische. Midlife-Crisis nach 500 Jahren, sozusagen^^
Viele spirituelle Protestanten nutzen daher wieder die Schöpfungen der katholischen Kirche als Inspiration, oder besinnen sich auf die Sitten vorchristlicher Religionen, wie das Judentum oder eben die verschiedenen heidnischen Religionen (v.a. Hinduismus, keltisch, usw).

@Toni: In welcher Religion ist das heute bitte nicht so? :D (Und jetzt sag bitte nicht, Neuheidentum, das sind die schlimmsten von allen, da mache ich mir nach all den Jahren keine Illusionen mehr)
Paradoxerweise war es ja gerade das Ziel der evangelischen Reform, gerade das zu verhindern.
Zuletzt geändert von Nebelwolf am 12.01.2017, 18:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Maxim
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Beitrag von Maxim » 12.01.2017, 21:30

Ohlalalalaa... Emotionen im Eldaring? Ick fall' vom Glauben ab! LOL

Zur Eingangsfrage: Ich komme aus einem atheistischen Haushalt, Vattern war sogar sehr kritisch gegenüber jeglicher Art von Religion. Ich habe im Rahmen eines Schulprojekts einmal an einer protestantischen Messe teilgenommen und fand das eigentlich ganz nett, war eine kleine Kirchengemeinde, alles war informell. Unsere Familie war vor dem Einmarsch der Roten Armee ja evangelisch, wie wohl viele in den neuen Bundesländern. Beim Katholizismus und bei der Orthodoxie sieht man natürlich mehr Elemente, die wie Philipp schon sagte, heidnisch anmuten. Die Heiden kannten auch Prozessionen, fertigten Abbilder und Tempel an, opferten Weihrauch und Kerzen (und Tiere) usw. Also eigentlich habe ich keine negativen Erfahrungen mit den Kirchen oder Christentum gemacht, weil ich eben kaum echte Erfahrungen damit gemacht habe. Die Bibel habe ich auch nicht gelesen und werde es auch nicht tun, weil ich eben nicht finde, dass man sich über alles erst eine Meinung bilden soll, ehe man es ablehnen kann. Denn nur weil man Heide ist, lehnt man das Christentum doch nicht. Es war doch genau andersherum, die Christen und Moslems lehnen doch alles andere ab....

Ich wollte aber eigentlich einmal loswerden, dass ich doch etwas enttäuscht bin von heidnischen Foren. Dies ist nicht der erste Thread über das Christentum und wird wohl auch nicht der letzte sein. Hier schreiben einige, sie haben die Bibel und den Koran gelesen. Wie steht es denn mit heidnischen Werken? Und damit meine ich nicht die Mythensammlungen, die zwar schön sind, aber was ist mit der anderen Komponente des Heidentums? Was ist mit den Philosophien wie den Stoizismus und den Neoplatonismus? Ich lese im Internet immer wieder von Heiden, die sich wie gesagt bestens mit der Bibel und dem Koran auskennen und dazu zumeist noch mit den indischen veden, dem Buddhismus, dem Taoismus, dem Konfuzianismus, dem Shintoismus... Ist ja alles auch nicht so schlimm, doch ich lese eigentlich kaum, das einer mal von den Lehren der Stoiker, Platons oder Epikurs spricht. Wer hier hat Julians Lobrede auf den Sonnengott gelesen oder auf die Mutter der Götter? Wer kennt die orphischen Götterlieder, die Hymnen des Proklos? Oder Lehrsätze des Epîkurs? Oder den Neoplatonismus? Gerade dieser war ein verbissener Gegner des Christentums in der Spätantike. Wo ist sein Erbe? Wie kommt das, dass sich die Neuheiden nicht dafür interessieren? Ist das nur den griechischen Heiden überlassen, bestenfalls auch noch den römischen? Diese Philosophien waren kulturabhängig. Wenn ein Asatruar zugleich Buddhist sein kann, warum kann er dann nicht auch Stoiker sein?

Daher an dieser Stelle ein Mal ein dickes Lob an Haganrix: Deine Kommentare sind mir zwar manchmal etwas schleierhaft, doch Du bereicherst uns zumindest mal mit heidnischem Kulturgut, wie letzten die Übersetzung dieses Interviews mit Herrn Rassias. Doch da hat dann kaum jemand was dazu gesagt. Warum eigentlich? Weil es da angeblich um griechische Götter geht? Der Christengott mag uns durch die jahrhundertelange Herrschaft des Christentums zwar vertrauter erscheinen, wahrhaftig sind doch wohl eher die Götter des Olymps den Göttern Asgards verwandter. Außerdem kann man sein Leben auch nach stoischen Grundsätzen ausrichten ohne Zeus und den griechischen Göttern zu opfern. Man kann auch ein germanischer Stoiker sein. Wer das Gegenteil behauptet, müsste mir das ein Mal ordentlich und überzeugend erklären.

Ist ja auch egal. Würde ich einen Grundkurs "Heidentum" ins Leben rufen wollen, dann würde da nebst Mythologie doch auch so einiges über Philosophie und Volksbrauchtum drinnen stehen, den Stiefkindern der neuheidnischen Szene.

Maxim.

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Toni
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Beitrag von Toni » 12.01.2017, 22:33

[quote='Nebelwolf','index.php?page=Thread&postID=144153#post144153']@Toni: In welcher Religion ist das heute bitte nicht so? :D (Und jetzt sag bitte nicht, Neuheidentum, das sind die schlimmsten von allen, da mache ich mir nach all den Jahren keine Illusionen mehr)[/quote]Im Islam beispielsweise, Santeria und verschiedenen hinduistischen Strömungen.. Und sogar bei den polnischen Kaholiken. Die glauben zwar nicht unbedingt, nehmen aber dann wenigstens anstandshalber das Ritualbimborium drumherum noch mit ;)
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Armin
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Beitrag von Armin » 13.01.2017, 00:12

Ich wurde von einem großartigen Menschen zur römisch-katholischen Konfession getauft, war mehrere Jahre Ministrant und habe ebenso lange den Pfarrbrief in meiner Siedlung ausgetragen. Als ich 20 wurde habe ich ein Bildungsangebot eines katholischen Ordens (den Oblaten des Heiligen Franz von Sales) angenommen, wo ich zwei Jahre lang in einem Internat zugebracht habe, Altgriechisch und Latein lernen konnte und dann, nach diesen zwei Jahren, bin ich nach Bamberg und habe dort weitere zwei Jahre (die Kollegstufe) in einer Ordensschule der Karmeliten besucht, auf der ich das Abitur ablegen konnte. Diese vier Jahre gehören zu den wichtigsten meines Lebens weil ich in diesen vier Jahren das erste Mal in meinem Leben überhaupt in der Schule vom größten Teil der dort arbeitenden und wirkenden Lehrkräfte als Mensch behandelt worden bin. Ganz im Gegensatz zu den Lehrkräften, die ich größtenteils an den staatlichen Schulen begegnet bin. Es waren weltliche wie geistliche Lehrkräfte, ich bin im Internat pro Woche mindestens drei Mal in der Woche in den obligatorischen Gottesdienst gegangen. Diese Gottesdienste waren mal eher langweilig und eben obligatorisch, oft jedoch auch sehr meditativ, anregend für Geist und Seele, manchmal sogar regelrecht befreiend. So lange ich irgendwie diesen Personen und Einrichtungen (heißt meinem alten Pfarrer, meinem alten Internat und der Schule in Bamberg), die maßgeblich zu meiner Persönlichkeit und meinem Werdegang beigetragen haben (und ich meine im positiven Sinne) werde ich ihnen die mir größtmögliche Ehre und Dankbarkeit erweisen. Es sind ehrenwerte Menschen, die den Glauben, der leider oft genug nur ein Machtinstrument ist (was mein Pfarrer beispielsweise oft genug leidlich erfahren mußte), in ihren Herzen tragen und die Liebe, von der sie sprechen, aus meiner Sicht auch verstanden haben und sie auf die aufrichtigste mir vorstellbare Weise versuchen weiterzugeben. U.a. indem sie Menschen wie mir, die in den Bildungstreibhäusern eingegangen sind, einen besseren Boden bereiten, in dem sich ihr Wesen, ihre Intelligenz und das daraus resultierende Leben entfalten können.

Wir müßen nicht darüber reden, daß das Christentum eines Kardinal Meißners oder das evangelikaler Sekten oder oder widerwärtige gedankenversklavende Praktiken befördert. Und ebensowenig müßen wir debattieren, daß in der Bibel sehr viel Humbug zu lesen ist. Aber wohin sich unser Blick auch wendet, diese Konstellation findet sich überall! Es gibt dieses und jenes.


Meine Treue gehört den Göttern und den Ahnen. Dennoch werde ich nicht vergessen, was ich in den besagten Christenmenschen (und ich wähle diesen Begriff bewußt) verdanke. Wenn ich mir ihnen gegenüber das besehe, was ich von den vielgerühmten (vor allem in diesem Focus-Video) humanistischen Atheisten, denen ich in meiner früheren Schullaufbahn und meinem Leben generell zuhauf begegnet bin, erfahren habe, wirft das ein schauderhaft erbärmliches Licht auf sie.

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Angelotheist
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Beitrag von Angelotheist » 13.01.2017, 00:47

[quote='Adolfo','index.php?page=Thread&postID=144147#post144147']Mit dem Begriff "Götze" hier zu operieren halte ich wenigstens für gewagt. Nun, wer harte Klötze setzt, sollte mit groben Keilen rechnen *süffisant grins*[/quote]Ja, Ihr wisst doch, dass ich das nicht böse oder gar abwertend meine!
Ich meine nur, dass die Reliquienverehrung doch ziemlich gruselig ist und die Verehrung der Heiligen zum Teil so extrem praktiziert wird, dass es schon irgendwie fast wie verkappter Polytheismus ausschaut.
Gegen echten Polytheismus habe ich absolut nichts, sonst könnte ich nicht so locker jeden Monat am Eldaring-Stammtisch Rheingold teilnehmen und sogar im Februar an einem Disen-Blót! Aber diese extreme Heiligenverehrung ist schon etwas seltsam und aus meiner Sicht nicht richtig! Das Christentum ist nun mal eine monotheistische Religion... Außerdem wird der Dialog mit den Juden und Muslimen dadurch schwieriger! Ob er mit Euch durch die Heiligenverehrung einfacher wird wage ich eher zu bezweifeln... ^^

Also, Mit "Götzendienst" habe ich nicht Euch und die Asen und Vanen gemeint, sondern ich hab damit die Misstände in meiner religion gemeint. Naja, genauer in der Konfession, der ich bis vor ziemlich genau 13 Jahren angehört habe... ^^
[font='Comic Sans MS, sans-serif']Friede und langes Leben![/font]
[font='Comic Sans MS, sans-serif']Unendliche Möglichkeiten in unendlichen Kombinationen[/font][font='Comic Sans MS, sans-serif']
[/font]

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literatomorph
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Beitrag von literatomorph » 13.01.2017, 07:19

Wie findet dein Gott deine Aktivitäten eigentlich? Ist blanke Neugier von mir, und nicht bösartig gemeint...
Der Gedanke der Ökumene beschäftigt dich sehr?
Oh, eigentlich nicht der richtige Begriff. Der Gedanke der Religionsverbindung?
Gruß
Philipp
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Markus Nicklas
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bitte ...

Beitrag von Markus Nicklas » 13.01.2017, 08:10

[quote='Nebelwolf','index.php?page=Thread&postID=144150#post144150']Kannst, oder willst du mich eigentlich nicht verstehen?[/quote]

Aha. Schade.

[quote='Nebelwolf','index.php?page=Thread&postID=144150#post144150']Sie taucht in der Form auch genauso wertungsfrei z.B. bei Simek auf, wenn er die germanischen "Pfahlgötzen" beschreibt.[/quote]

Herr Simek, hat eine persönliche Geschichte und benutzt Begriffe, deren Konnotation ich mir an dieser Stelle als deutlich "verbrannt" zu bezeichnen erlaube.

[quote='Nebelwolf','index.php?page=Thread&postID=144150#post144150']solange er mir damit nicht auf die Nerven geht.[/quote]

Aushalten, bitte. Verständnis erzeugen und ggf. mal die Option in Betracht ziehen, eine konziliante Haltung zu probieren.

[quote='Nebelwolf','index.php?page=Thread&postID=144150#post144150']"Du kannst das schon so machen, aber dann ist es halt kacke" ;) Das wäre jetzt mein persönliches Statement zu der Frage hier.[/quote]

Wie bitte?!
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"Ironie ist systembestätigend."
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*grins*

Beitrag von Markus Nicklas » 13.01.2017, 08:21

[quote='Jehovah','index.php?page=Thread&postID=144158#post144158']Ich meine nur, dass die Reliquienverehrung doch ziemlich gruselig ist und die Verehrung der Heiligen zum Teil so extrem praktiziert wird, dass es schon irgendwie fast wie verkappter Polytheismus ausschaut.[/quote]

Dazu kann es sich lohnen, die Praktiken anderer Völker in Augenschein zu nehmen. Zudem können Personen, deren geistige Talente nicht nur theoretischer Natur sind, aber irgendeinem Punkt die Tendenz haben, Kategorien zu verlassen. Die Zurückgebliebenen tendieren solche Phänomene folglich "mit besonderer Aufmerksamkeit" zu bedenken. Was und wie ein Relikt demnach an Bedeutung haben kann, liegt im Ermessen und der Praxis Einzelner. Manch einer baut eine Kathedrale dafür. Andere legen sie auf den Hausaltar, doch dem verblichenen Individuum, schätze ich, ist das hoffentlich wenig von Bedeutung.


[quote='Jehovah','index.php?page=Thread&postID=144158#post144158']Gegen echten Polytheismus habe ich absolut nichts, sonst könnte ich nicht so locker jeden Monat am Eldaring-Stammtisch Rheingold teilnehmen und sogar im Februar an einem Disen-Blót! Aber diese extreme Heiligenverehrung ist schon etwas seltsam und aus meiner Sicht nicht richtig![/quote]

... kommt darauf an, in welche Richtung es den Verehrer bewegt. :) Allerdings habe ich jetzt Vorbehalte, denn so lange Du diese Haltung der Abneigung zum Ausdruck bringst, ist das eben Dein Standpunkt. Allet Jute!

:)
Markus (Adolfo Amadeus) Nicklas

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Verdandi42
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Beitrag von Verdandi42 » 13.01.2017, 13:45

[quote='literatomorph','index.php?page=Thread&postID=144151#post144151']
Mit Protestanten hab ich mehr Probleme...da verstehe ich den Sinn nicht wirklich. Sollen möglichst viele Rituale und Bräuche abgeschafft werden?Wie öde :D
Gruß
Philipp[/quote]Durch die Reformation wurde die Vorstellung von der eigenen Entscheidung für oder gegen diese oder jene Glaubenspraxis ins Christentum getragen.
Das dann später von Friedr. d. Gr. so umgesetze Prinzip "Jeder nach seiner Facon" legte den Grundstein für unsere heutige Religionsfreiheit - und damit auch meine Freiheit, Heide sein zu können. Wenngleich das so sicher nicht von Luther intendiert war ;-)
Die sehr persönliche und unmittelbare, nicht durch Priester vermittelte Beziehung Mensch-Gott im Protestantismus ist dem persönlichen Verhältnis vieler moderner Heiden zu ihren bevorzugten Gottheiten nicht unähnlich.

Gruß,
Petra
“Heathen, n. A benighted creature who has the folly to worship something he can see and feel.”
― Ambrose Bierce, The Unabridged Devil's Dictionary

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literatomorph
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Beitrag von literatomorph » 13.01.2017, 16:50

Nee, nee...
Nicht in einer millionen Jahren verkauft man mir die "Errungenschaften" unserer gestörten, kaputten und entzauberten Welt als frohe Kunde!
Luther war ein mieser Antisemit und hat den Weg für das geebnet was in mir ein glühendes Feuer entfacht :cursing:
Er hatte wie alle seiner Art dieses schwarz/weiß Denken und hat viel Mist durch sein Teufelsbild und seine dämonisierung geschaffen.
Nee, den mag ich eher nicht. Und unsere Freiheit fühlt sich manchmal dennoch arg wie ein Gefängnis an.
Gruß
Philipp
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Beitrag von Maxim » 13.01.2017, 18:55

Wir können uns ja auch ein Mal über ein anderes Thema unterhalten. Ich finde es sowieso krass, wie viel die Menschen hier vom Evangelium wissen.

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