Abschiedsgedicht (Ich hoffe ihr mögt es)

Lyrik, Texte, Bilder und Musik aus dem Dunstkreis des Eldaring e.V.
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Stephan1979
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Abschiedsgedicht (Ich hoffe ihr mögt es)

Beitrag von Stephan1979 »

Weggabelung

Gar nicht weit, nicht ganz zwei Meter
liegt vor mir eine Linie nur,
gespickt mit Steinchen, Staub und Erde,
führt sie mich durch grüne Flur.

Mein Blick entfernt sich nur ein Stückchen,
und ich erkenn ohne Schwierigkeit,
dass diese Linie scheint ein Weg,
genannt das Leben, genannt die Zeit.

Der Weg er führt mich stets ein Stück weit,
dann gabelt er sich an mancher Stell,
die eine Richtung führt dann weiter,
die andre auch – oder endet schnell.

Mein Blick entfernt sich noch viel weiter,
sofort erkenn ich und fass' es kaum,
dieser Weg, er ist ein Ast,
ein Ast von einem großen Baum.

Viele Äste, wild verwoben,
mein Blick erst nur auf ein' Punkt fiel.
Nun erblick' ich in voller Blüte,
vor mir die Esche Yggdrasil.

Ihre Äste sind unsre Leben,
verwoben, gegabelt doch stets ein Baum.
Sie wächst und wächst und grünt stets weiter,
erfüllt die Welten, Zeit und Raum.

Unsre Äste sich hier jetzt teilen,
Papa, in den Zeiten dieser Welt,
doch sehen werden wir uns wieder,
weil Vater uns stets in Händen hält.

Gehe an unsres Vaters Tafel,
dein Platz er wartet schon auf dich.
Genieß' den Met! Genieß' die Feier!
Und eines Tages trifft man sich.

(°Stephan zum Tod seines Vaters)

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