Herdfeuer 55

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Thorulf
Herdfeuer-Redaktion
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Herdfeuer 55

Beitrag von Thorulf »

Moin,

jetzt ist die Ausgabe 55 der Zeitschrift ausgeliefert worden. Es ist ein „buntes“ Heft mit sehr unterschiedlichen Themen – von Ritualberichten bis zur Vorstellung aller relevanten Edda-Übersetzungen:

Eine Ansuz-Othala-Binderuneformel und ihre Analyse
Michael J. Smith

Was ist dran an „asa og vana“?
Lars Erik Vollertsen

Wie ich zum Heiden wurde
Andreas Seifert

Wodan est Öko
Hermann Ritter

Neulich Nachts
Rex Schulz

Aus der heidnischen Praxis einer Eldaring-Blotgruppe
Volker Meyer

Die Edda und ihre Übersetzungen
Kurt Oertel

Thing-Blot 2018
Andreas Hofmann

Rezension
Kurt Oertel

Alles weitere ist im Herdfeuer-Archiv zu finden. Nach einigen Problemen ist das Archiv auch wieder vollständig zugänglich.

Die Redaktion wünscht eine anregende Lektüre.


Viele Grüße

Thorulf

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Verdandi42
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Re: Herdfeuer 55

Beitrag von Verdandi42 »

Guten Tag zusammen,

für die Herdfeuer 55 möchte ich mich sehr herzlich bei der Redaktion bedanken, die ein vielseitiges Heft mit sieben wirklich tollen, teilweise herausragenden Artikeln zusammengestellt hat. Ein achter Artikel gefällt mir überhaupt nicht. Mir ist es jedoch wichtig, dass der weit überwiegende, sehr gelungene Teil des Heftes angemessen gewürdigt wird.

Was ist dran an „asa og vana“? von Lars Erik Vollertsen
Für diesen Artikel bin ich besonders dankbar! Der Autor beschreibt auf Basis seiner sprachwissenschaftlichen Fachkunde, was die in Teilen des Neuheidentums beliebte Grußformel „asa og vana“ (neben weiteren Formel-Varianten) eigentlich bedeutet oder bedeuten könnte und reflektiert, wie sinnhaft die Nutzung dieser und ähnlicher Formeln ist – oder eben nicht ist.

Wie ich zum Heiden wurde, von Andreas Seifert
Der Autor lässt die Leserschaft an seinem sehr persönlichen Werdegang als evangelischer Theologe (der er weiterhin von Berufs wegen ist) hin zum germanischen Heidentum teilhaben. Anstoß zur so gravierenden Veränderung seiner religiösen Orientierung gab ihm die Theodizee-Frage (vulgo: Wie kann Gott sowas zulassen?), die sich zwar viele Christen mal gestellt haben, die aber nur wenige zum Heidentum führt.

Wodan est Öko, von Hermann Ritter
Der Artikel basiert auf einem Vortrag, den der Autor auf dem Eldathing 2019 gehalten hat. Seine Vorträge haben den Vorteil, dass das Vortragspublikum unmittelbar auf seine humorvollen Einschübe reagiert. Aber auch der Artikel ist sehr lesenswert und entbehrt nicht der gewohnten Komik. Der Autor nimmt sich das wohl wichtigste Thema unserer Zeit (den Klimawandel) vor und klopft unsere liebsten Schriftquellen darauf ab, nicht ohne fündig zu werden.

Neulich Nachts, von Rex Schulz
Der Autor führt die Leserschaft über eine Alltagssituation, die ins Absurde gleitet, in eine kurzweilige Fantasy-Geschichte. Doch ganz so harmlos ist es nicht. Wer zwischen den Zeilen Seitenhiebe auf gegenwärtige Themen vermutet, liegt damit wohl richtig.

Aus der heidnischen Praxis einer Eldaring-Blotgruppe, von Volker Meyer
Hier erhält die Leserschaft Einblicke, wie sich die Blotgruppe, der der Autor angehört, organisiert. Manch wichtige Frage wird beantwortet: Wie lassen sich heidnische Feste mit Beruf und Familie vereinbaren? Welche Ansprüche will man an einen Blotplatz stellen? Wie vermeidet man ein unfreiwilliges Selbstopfer im Ritualfeuer? Wie hält man ungebetene Gäste von einem ansonsten offenen Stammtisch fern?

Die Edda und ihre Übersetzungen, von Kurt Oertel
Der Bewahrer des Eldaring gibt einen fundierten Überblick über die Edda-Übersetzungen ins Deutsche. Besonders wertvoll sind seine mit der Fachkunde des Skandinavisten getroffenen Erläuterungen zu den Stärken und Schwächen jeder Übersetzung. Dankbar war ich insbesondere für seine Ausführungen zur Werkgeschichte und zur Einordnung Snorri Sturlusons als Autor der „Prosa Edda“.

Thing-Blot 2018, von Andreas Hofmann
Die wachsende Popularität des Eldaring hat auch zur Folge, dass heute mehr Menschen als ehedem gern an einem gemeinsamen Blot teilnehmen möchten. Wie es gelingen kann, auch mit einer großen Gruppe ein Blot so zu organisieren und durchzuführen, dass es keine langweilige, steife, sondern eine stimmungsvolle und beglückende Erfahrung wird, schildert der Autor an einem Beispiel vom Eldathing 2018.

Des Weiteren fand sich der von mir bereits beanstandete Artikel zum Themengebiet der Runenesoterik. Zum einen fand ich ihn sehr langweilig. Zum anderen muss man im Falle der Runenesoterik zur Kenntnis zu nehmen, dass diese (manchmal ungewollt) auf einen verachtenswerten Ariosophen zurückgeht, siehe Literaturverzeichnis. Dass die Redaktion diesen Ariosophen auf das Schärfste ablehnt, sollte innerhalb des Vereins jedem klar sein. Eine Anmerkung der Redaktion, platziert am Artikel, wäre jedoch hilfreich gewesen, um auch für unkundige Leserinnen und Leser eine Distanzierung erkennbar zu machen.

Gruß
Petra

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