Herdfeuer 39

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lynxaett
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Herdfeuer 39

Beitrag von lynxaett »

In Kürze wird die nächste Ausgabe unserer Vereinszeitschrift Herdfeuer erscheinen, wieder mit einer Reihe interessanter Artikel aus unterschiedlichen Themenbereichen.

In dem Artikel Die Schäferkapelle in Rasch - ein Heiligtum des Wodan, der Gefjon und des Ing? stellt U. Kleinhempel seine Forschungsergebnisse zur sogenannten„Schäferkapelle“ in Rasch (heute ein Ortsteil von Altdorf bei Nürnberg) vor. Bekanntlich wurden bei der christlichen Missionierung zahlreiche heidnische Riten, Festtage und Traditionen in synkretistischer Weise nur wenig verändert in die neue Religion übernommen. Genauso geschah es mit einigen heidnischen Kultstätten, die mit Kirchen überbaut wurden. Kleinhempel stellt die These auf, dass es sich bei der Schäferkapelle ursprünglich um ein vorchristliches Heiligtum handelte, dessen Spuren sich bis in die Zeit um 800 zurück verfolgen lassen und an dem heidnische Symbole, Überlieferungen und Kultpraxis bis weit ins Mittelalter und in die frühe Neuzeit überdauern konnten. Es gibt Hinweise darauf, dass die Kapelle nicht nur an der Stelle eines alten Wodansheiligtums erbaut wurde, sondern dass in ihr in Teilen noch dessen ursprünglicher Baukörper erhalten ist, wobei die Bauform eines germanischen Tempels und eine runische Ornamentik an der Südseite bis heute bewahrt wurden. Bei diesen als Runen bzw. ein Rabensymbol deutbaren Ornamenten ist allerdings unklar, ob die Baumeister der Gotik noch um ihre auf heidnische Gottheiten verweisende Bedeutung wussten. Möglicherweise übernahmen sie entsprechende Symbole des Vorgängerbaus als geheimnisvolle, mit magischer Kraft versehene Zeichen, die auch an anderen Orten Verwendung fanden. Die bauliche Kontinuität der Kultstätte stimmt mit der Kontinuität des Kultes überein. Bei diesem wurde die Verehrung Wodans und möglicherweise auch die von heidnischen Göttinnen auf die vom Christentum praktizierte Verehrung des Erzengels Michael bzw. die von einigen weiblichen Heiligen übertragen. Durch Kleinhempels Interpretation entsteht insgesamt ein lebendiges Bild der vielfachen Bezüge dieses Heiligtums zum religiösen Leben in vorchristlicher Zeit.

In ihrer Artikelreihe Heilkäuter und Zauberpflanzen widmet sich Selina Richter diesmal dem Holunder, einer Pflanze, die vielfältigen medizinischen Nutzen besitzt, die aber auch für magische Rituale eigesetzt wurde und wird, und um die sich seit alter Zeit zahlreiche Mythen und Sagen ranken.

Geist im Tier,Eiras schöne Artikelserie über Tiergeister und die ihnen innewohnenden Kräfte, ist seit 2005 in zahlreichen Folgen in der Herdfeuer erschienen. In der diesmaligen, leider vorerst letzten Folge der Serie geht es um den Maulwurf und seine sehr individuellen Eigenschaften.

In seinem Artikel über die Stadt Birka nimmt uns Thomas Lückewerth mit auf eine Reise zu den Überresten dieser Wikingerstadt, die auf einer Insel im Mälarsee nahe bei Stockholm gelegen ist. Birka war etwa in der Zeit von 750 bis 1050 u. Zt. eine bedeutende Handelsstadt, die niemals wirklich christianisiert worden ist. Es wurden dort bedeutende archäologische Funde gemacht, die ein lebendiges Bild der Wikingerzeit vermitteln.

Unbekannte germanische Gottheiten ist das überarbeitete Manuskript eines Vortrages, den Gardenstone beim Ostaratreffen des Eldaring am 25.4.2014 auf Burg Bilstein gehalten hat. Einige Götternamen sind einem breiten Publikum bekannt, Asatru und andere Heiden kennen eine Menge mehr, aber kaum jemand kennt sie alle. Einige der eher wenig bekannten Gottheiten verschiedener germanischer Volksstämme aus unterschiedlichen geschichtlichen Epochen stellt uns Gardenstone in diesem Artikel vor.

Noch kurz in eigener Sache: Aus persönlichen Gründen möchte ich mit dieser Ausgabe meine Tätigkeit als Redakteurin dieser Zeitschrift beenden. In nunmehr über fünf Jahren habe ich die in diesem Zeitraum erschienenen 15 Ausgaben maßgeblich mitgestaltet, und ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei allen bedanken, die in dieser Zeit durch Artikel, Gedichte, Fotos und Zeichnungen, aber auch durch Lektoratlesen oder ihren organisatorischen Einsatz zum Gelingen unserer Vereinszeitschrift beigetragen haben. Ich wünsche der Herdfeuer-Redaktion und dem gesamten Eldaring auch für die Zukunft Göttersegen, Inspiration und Tatkraft.
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Ulrike
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Beitrag von Ulrike »

Ich hatte die HF gestern im Kasten und kann mich nur bedanken. Den Artikel über die Schäferkappelle muss ich mir nochmal durchlesen, sehr interessant, und ich finde diese Art von religionsübegreifendem sachlichem Miteinander sehr inspirierend!
Der Holunder-Artikel hat mich als erklärter Holunder-Süchtigen besonders gefreut. Und über den Rest freue ich mich sicherlich beim Lesen in den nächsten Tagen!


Dir, liebe lynx, schicke ich einen ganz herzlichen Dank und eine dicke Umarmung. Vielen Dank, auch im Namen des Vorstandes, für deine Mühe und Arbeit - die ausgezeichneten Hefte der letzten Jahre sind nicht zuletzt dir zu verdanken. Auch wenn es manchmal so aussieht, als würde die Herdfeuer-Zeitschrift nicht ausreichend gewürdigt: das ist nicht der Fall, und wir sind froh, dass du dir so viele Jahre die Zeit genommen hast, uns dieses Geschenk zu machen.

Liebe Grüße, Ulrike
Lars-Erik
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Beitrag von Lars-Erik »

Hi!

Wieder mal eine sehr gute Ausgabe. Ich kann der Redaktion, v. a. der lynxaett nur danken, dass immer so viel Mühe und Zeit in unsere Zeitschrift gesteckt wurde. Tolle Arbeit! Bin gerade bei dem Artikel von Kleinhempel und muss sagen, so etwas hat man doch wirklich mal gebraucht. Wer hat denn den Kontakt zu dem Herrn hergestellt, wenn ich fragen darf?

Beste Grüße

Lars
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volker
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Beitrag von volker »

Vielen Dank dafür, ich war ja bei dem Thema zur Schäferkappelle in Rasch erst sehr skeptisch was ein altes Wodansheiligtum betraf, bin jetzt aber positiv überrascht und habe nach Lektüre dieses außerordentlich interessanten Beitrags meine Meinung geändert und mich eines Besseren belehren lassen. Eine gelungene Zeitschrift , Gruß Volker.
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