germanisches Pendant zu Njörd un Aegir

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Weltenbuch
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germanisches Pendant zu Njörd un Aegir

Beitrag von Weltenbuch » 14.02.2020, 10:34

Hallo ihr,

mein Roman über den Germanen Ragnar spielt an einem unbestimmten Ort irgendwo im heutigen Schleswig-Holstein an einer Küstenregion.
Ich bin eigentlich bemüht und gewillt, soweit vorhanden, die Götter nicht bei ihren Namen aus der Zeit der Wikinger zu nennen, sondern bei ihren germanischen Namen.
Nun bin ich jedoch an einen Punkt gekommen, wo ich nicht weiterweiß. Da mein kleiner Stamm direkt am großen Wasser (Aegir) lebt und gleichsam in einem Noor (Njörd) Opferungen durchführt, würde ich zum Einen gern zwischen diesen beiden Göttern differenzieren und zum Anderen herausfinden wollen, ob es zur früheren Zeit der Germanen überhaupt Gottheiten in diese Richtung gab ( ich würde schon sagen, ja) und wie diese hießen.
Wisst ihr da was?

Ich habe schon nach dem Buch von Simek geschaut und werde mir das auch noch bestellen für weitere Informationen.

Danke schon Mal und liebe Grüße

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Blumenfee
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Re: germanisches Pendant zu Njörd un Aegir

Beitrag von Blumenfee » 14.02.2020, 20:20

Hallo Weltenbuch,

Deine Frage ist schwierig zu beantworten, denn aus dieser Zeit und Gegend gibt es bestenfalls Fremdbeschreibungen aus zweiter Hand (Tacitus). Zeugnisse über germanische Göttinnen und Götter vor der Wikingerzeit gibt es hauptsächlich auf Votivsteinen, die Germanen gestiftet haben, indem sie diese römische Art und Weise des Gottesdienstes kopiert haben - logischerweise fand das in der Kontaktzone zwischen Römern und Germanen statt bzw. bei Hilfstruppen im römischen Heer.

Du könntest es mit Hama (Hamoys) versuchen:
Dieser Gott kann nicht direkt auf die heidnische Zeit vor der Christianisierung zurückgeführt werden. Er wird in einer Reihe von Quellen aus dem 19. Jahrhundert erwähnt, die sich auf Quellen aus dem 18. Jahrhundert stützen, und kann weiterverfolgt werden bis zur „Sächsischen Chronik“ von Konrad Bothe aus dem Jahr 1492, in der für das Jahr 798 berichtet wird, dass dieser Gott in Hamburg im Norden Deutschlands angebetet und mit Schwert und Zepter dargestellt wurde.
Es wird vermutet, dass sich dort einst eine ‚Hamoysburg‘ befand, und nach dem Mythos wäre der Name der Stadt Hamburg von diesem Gott abgeleitet. Die Quelle ist jedoch nur eine Volkserzählung.
Ein Zusammenhang mit dem Namen der Stadt Hamburg ist nicht belegbar; nach dem Mythos wäre ein älterer Name ‚Hammaburg‘ gewesen. Das althochdeutsche Wort hamma könnte auf eine kleine Siedlung in einem küstennahen, sandigen Heideland (deutsch: Geesthang) hinweisen, die durch unwegsames Gelände wie Sümpfe gut geschützt ist. Da dieser natürliche Schutz so gut wie eine Burg war, hätten die Menschen ihre Siedlung ‚Hammaburg‘ (Hamma-Burg) genannt. Die Aufzeichnung in der erwähnten „Sächsischen Chronik“ lässt zumindest den Eindruck einer solchen Verbindung zu.

Das Zitat ist vorab aus der Übersetzung von "Gods of the Germanic Peoples" ins Deutsche, an der ich gerade arbeite. Sie wird unter dem Titel "Illustrierte Enzyklopädie der germanischen Gottheiten" im Spätsommer/Herbst in einem Band erscheinen.

Gruß
Blumenfee

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