Zunächst herzlichen Dank für die freundlichen Kritiken zur neuen Herdfeuer-Ausgabe bisher!
Die "Herdfeuer"-Zeitschrift hat sich ja - neben der Website - zu einem der wichtigsten "Aushängeschilder" des Vereins entwickelt, und über die Zeitschrift ist schon manch einer erstmals in Kontakt mit unserem Verein gekommen. Um einer solchen Funktion gerecht zu werden, bedarf es neben inhaltlicher Vielfalt und eines durchgehend hohen Niveaus der Beiträge auch einer gelegentlichen formalen und ästhetischen Modernisierung der Heftgestaltung. Deshalb haben wir der "Herdfeuer" ab dieser Ausgabe mit einem farbigen Umschlag ein neues und zeitgemäßes Gesicht gegeben, wobei das Layout zwar modernisiert, auf Kontinuität bei den wesentlichen Gestaltungsmerkmalen aber geachtet wurde. Natürlich sind die Geschmäcker unterschiedlich, und das Ergebnis wird nie zu 100% allen Lesern gefallen, aber die bisherigen Rückmeldungen – auch die mündlichen anlässlich des Ostarafestes, waren doch zu mindestens 90% positiv, was uns vom Redaktionsteam darin bestätigt, dass sich die ganze Mühe und Aufwand, die wir in die Layout-Umgestaltung gesteckt haben, doch gelohnt haben!
Auch in dieser Ausgabe findet der Leser wieder eine abwechslungsreiche Reihe von Beiträgen mit einem breitgefächerten Themenspektrum. An dieser Stelle für alle Interessierten eine aus dem Heft-Editorial übernommene Übersicht dazu.
Der Jahreskreis bietet uns Heiden viele Gelegenheiten, Feste zu feiern, und Ostara ist sicher eine der fröhlichsten davon. In ihrem Artikel "Ostara – Feste Feiern mit Kindern" erzählt Ines Hardy von solchen Feiern, die sie in den vergangenen Jahren mit und für Kinder und Erwachsene gestaltet hat. Ihr sehr lebendiger und humorvoller Bericht kann dabei vielleicht so manch einem auch als Anregung für eigene Festlichkeiten dienen.
Der Begriff "Brautkauf" ist für uns Heutige mit der Vorstellung verbunden, dass Frauen bei einer Heirat von ihrem Bräutigam quasi als Eigentum oder "bewegliche Habe" erworben werden, und eine so verstandene Praxis wird sicherlich berechtigte Ablehnung oder gar Empörung hervorrufen. Winifred Hodge Rose beschäftigt sich in ihrem Artikel "Der Brautkauf - Gewinn, Geschenk, Hamingja" ausführlich mit den spirituellen Hintergründen dieser Praxis bei den vorchristlichen germanischen Völkern. Dabei wird deutlich, dass es hierbei nicht, wie zu späterer Zeit, lediglich um den Austausch materieller, in Geldwährung zu bemessender Ware ging. Vielmehr waren die Brautgeschenke – Kostbarkeiten und Kleinode ebenso wie Waffen und Haushaltsgegenstände - vom Sippenheil, also von der Hamingja der Schenkenden erfüllt, es ging somit viel eher um die Stärkung von Ehre und Vertrauen zwischen den Brautleuten und ihren Sippen als um materielle Güter.
Der ein oder andere Leser mag noch die vor der letzten Mitgliederversammlung des Eldaring geführte Diskussion im Gedächtnis haben, in der es darum ging, ob Ausdrücke wie "Alte Sitte" oder "Firne Sitte" neben "Asatru" als Bezeichnungen für den Verein verwendet werden können. Wie der Artikel "Die Begriffe Asaglauben und Firne Sitte" zeigt, ist diese "Namensdiskussion" nun keineswegs auf den Eldaring und auch nicht nur auf Deutschland beschränkt, sondern wird derzeit in vielen Ländern und Gruppierungen geführt. Der Autor des Artikels, Gunnar Creutz, ist Sekretär und Vorstandsmitglied der schwedischen "Samfundet Forn Sed Sverige", einer Vereinigung, die wir wohl als "Asatru" bezeichnen würden, diese sich selbst aber - nach längerer Diskussion - seit 2010 eben als "Forn Sed" (Firne Sitte). Der Artikel erläutert diese Begriffe und ihre Hintergründe.
Michael Strmiska, der Autor des Artikel "Odin und der Buddha", ist ein amerikanischer promovierter Religionswissenschaftler, dessen Interessensschwerpunkt seit einem Studienaufenthalt auf Island 1996 beim heutigen germanischen Heidentum liegt. Seine Lehr- und Berufstätigkeit führte zu zahlreichen Auslandsaufenthalten weltweit, unter anderem im Rahmen einer fünfjährigen Lehrtätigkeit an der Universität von Kyushu in Japan, während der er sich intensiv mit der Shinto-Kultur sowie auch der buddhistischen Gedankenwelt auseinandersetzte. Sein Artikel stellt einen sehr persönlich geprägten Zugang zum Thema "Mitgefühl im Asatru" dar. Strmiska sieht eine Parallele zum buddhistischen Konzept des Mitgefühls in der Asatru-Tugend der Gastfreundschaft, die er allerdings sehr viel umfassender definiert, als es in manchen Asatrukreisen üblich ist, so dass er letztlich in ihr "ein Samenkorn für ein mögliches altnordisches Verständnis vom allumfassenden Mitgefühl" zu erkennen vermag.
"Wer einen Artikel in einer Tageszeitung zu lesen vermag, billigt sich automatisch dieselbe Lesekompetenz bei einem mittelalterlichen oder antiken Text zu." konstatiert Kurt Oertel etwas sarkastisch in seinem Artikel: " "Denn es steht geschrieben...." Eine kleine Quellenkunde für Heiden". In dieser auf drei Teile angelegten Artikelserie zeigt er auf, dass man allerdings antike und mittelalterliche Ethnografien nicht wie moderne Sachbücher lesen darf, sondern dass man dafür mindestens über Grundkenntnisse der jeweiligen historischen wie auch literaturwissenschaftlichen Hintergründe dieser Texte verfügen muss, um folgenschwere Missverständnisse und Fehlinterpretationen zu vermeiden. Im hier vorliegenden ersten Teil geht es um Texte aus der Antike, welche die germanischen Völker behandeln, insbesondere um Tacitus' Germania und Caesars De bello Gallico. Der Artikel sei allen an einer seriösen Quellenkunde interessierten Lesern dringend ans Herz gelegt!
In Form von inzwischen langvertrauten Rubriken vervollständigen das Heft Eiras "Geist im Tier", worin es diesmal um den freundlichen und verspielten Otter geht, sowie eine Buchrezension von Kirsten Scholz über "Die Legende von Sigurd und Gudrun", der von Christopher Tolkien posthum aus dem Nachlass seines Vaters J. R. R. Tolkien herausgegebenen und durchaus nicht unumstrittenen dichterischen Adaptation dieser nordischen Sage.
Den Abschluss dieser Ausgabe bildet wieder ein Gedicht, diesmal Hermann Ritters "Gegen das Schweigen". Es kann als Aufruf an uns alle verstanden werden, sich von auch im eigenen Freundeskreis noch vorhandenen Vorurteilen und Berührungsängste gegenüber dem Heidentum nicht länger verunsichern zu lassen und jederzeit aufrecht und mutig zu der eigenen Weltsicht zu stehen.
Das Heft ist wie immer allen Vereinsmitgliedern und Abonnnenten auf dem Postweg zugegangen. Wer das Heft bis jetzt noch *nicht* erhalten haben sollte, wende sich bitte an die Redaktion bzw. den Vereinsvorstand, ggf. muss die Postanschrift noch aktualisiert werden.
Interessierte Nicht-Vereinsmitglieder können das Heft selbstverständlich gerne käuflich erwerben, Kontakt per e-mail wie üblich über [mail]
versand.herdfeuer@eldaring.de[/mail]